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The Occultist (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • 12. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Mit The Occultist schicken DALOAR und Daedalic Entertainment ein First-Person-Horrorspiel ins Rennen, das sich bewusst gegen klassische Genre-Konventionen stellt. Statt auf Action oder permanente Bedrohung setzt der Titel auf langsamen Spannungsaufbau, psychologischen Horror und eine dichte, beinahe erdrückende Atmosphäre. Das funktioniert über weite Strecken erstaunlich gut – wird jedoch immer wieder durch spielerische Einschränkungen ausgebremst.


Die Handlung führt auf die abgelegene Insel Godstone, einen Ort, der von dunklen Ritualen und verdrängten Ereignissen gezeichnet ist. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass die Insel selbst die eigentliche Hauptrolle spielt. Verfallene Gebäude, überwucherte Pfade und unheilvolle Schauplätze erzählen ihre Geschichte nicht durch lange Dialoge, sondern durch Details und Andeutungen. Dieses konsequente Environmental Storytelling gehört zu den größten Stärken des Spiels und sorgt für eine permanente, unterschwellige Anspannung.

Zusätzliche Tiefe erhält die Inszenierung durch die Stimme von Protagonist Alan Rebels, gesprochen von Doug Cockle, vielen bekannt als Geralt aus The Witcher. Seine ruhige, markante Interpretation verleiht der Figur Gewicht und Präsenz, ohne sich in den Vordergrund zu drängen – ein wichtiger Faktor für die glaubwürdige Atmosphäre.

Spielerisch konzentriert sich The Occultist auf Erkundung, Beobachtung und das Lösen von Rätseln. Kämpfe existieren praktisch nicht, stattdessen steht das Überleben durch Aufmerksamkeit und Vorsicht im Mittelpunkt.


Herzstück des Gameplays ist ein okkultes Pendel, das verborgene Spuren sichtbar macht und den Spieler durch die Vergangenheit der Insel führt. Diese Mechanik ist nicht nur thematisch stimmig, sondern auch spielerisch sinnvoll integriert. Ob unsichtbare Hinweise, rekonstruierte Ereignisse oder das Manipulieren der Umgebung – das Pendel wird zum zentralen Werkzeug und verleiht dem Spiel eine eigene Identität. Die Rätsel selbst sind überwiegend logisch aufgebaut und angenehm zugänglich. Sie fügen sich organisch in die Spielwelt ein und sorgen für einen konstanten Spielfluss, ohne durch unnötige Komplexität zu frustrieren.

Ergänzend dazu stehen defensive Möglichkeiten wie Verstecken, Ausweichen oder das Ablenken von Bedrohungen zur Verfügung. Auch ohne klassisches Kampfsystem gelingt es dem Spiel so, eine gewisse Grundspannung aufrechtzuerhalten. Seine größte Stärke entfaltet The Occultist jedoch auf akustischer Ebene. Das Sounddesign ist herausragend und arbeitet eng mit dem orchestralen Soundtrack zusammen, der unter Beteiligung eines großen Symphonieorchesters aufgenommen wurde. Musik und Geräuschkulisse greifen präzise ineinander, bauen Spannung auf und spielen bewusst mit den Erwartungen der Spieler. Nicht jeder musikalische Höhepunkt mündet in einen Schreckmoment – genau dieses bewusste Brechen von Erwartungen sorgt dafür, dass die Anspannung konstant hoch bleibt.


Doch so überzeugend Atmosphäre und Inszenierung auch sind, so deutlich treten die Schwächen im Spieldesign zutage. Die Spielwelt wirkt häufig stark eingeschränkt und überraschend linear. Unsichtbare Barrieren, enge Wege und klar vorgegebene Pfade stehen im Widerspruch zum eigentlich gewünschten Gefühl der freien Erkundung. Gerade in einem Spiel, das so stark von seiner Welt lebt, wirkt diese Einschränkung besonders störend.

Hinzu kommen kleinere Unsauberkeiten im Detail. Gelegentlich wirken Rätsellösungen nicht ganz nachvollziehbar, und auch das Leveldesign lässt an manchen Stellen Feinschliff vermissen. Diese Probleme sind selten gravierend, summieren sich jedoch zu einem Eindruck, dass hier mehr möglich gewesen wäre.

The Occultist überzeugt als atmosphärisch dichter Horrortrip mit starker audiovisueller Präsentation und interessanten Ansätzen im Gameplay. Gleichzeitig verhindern lineares Leveldesign und kleinere spielerische Schwächen den Sprung in die Spitzenklasse. Wer Wert auf Stimmung, Erzählweise und unterschwellige Spannung legt, findet hier ein intensives Erlebnis – sollte aber bereit sein, Abstriche bei der spielerischen Freiheit zu machen.



Fakten:

 

Genre: Action & Adventure

Erscheinungsdatum: 08. April 2026

Publisher: Daedalic Entertainment

Entwickler: Daloar

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 16 Jahre

Preis: ab 29,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, PC)

Offizielle Website: https://www.daedalic.com/


Bewertung:

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