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Tales of ARISE - Beyond the Dawn Edition (Switch 2) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 13 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Als Tales of Arise im Jahr 2021 erschien, markierte das Rollenspiel für die traditionsreiche Tales-Reihe einen Wendepunkt. Mit moderner Technik, einer aufwendig inszenierten Geschichte und einem deutlich dynamischeren Kampfsystem gelang Bandai Namco der längst überfällige Schritt in die aktuelle JRPG-Generation. Das Ergebnis wurde von Kritikern und Spielern gleichermaßen gefeiert und mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. Nun erscheint das Abenteuer erstmals auf einer Nintendo-Konsole. Die Beyond the Dawn Edition vereint das Hauptspiel mit der gleichnamigen Erweiterung und soll Nintendo-Switch-2-Besitzern das komplette Paket bieten. Doch wie gut schlägt sich das fast fünf Jahre alte Rollenspiel auf der neuen Hardware?


Die Handlung führt die Spieler auf den Planeten Dahna, der seit Jahrhunderten von den technologisch überlegenen Bewohnern des Nachbarplaneten Rena unterdrückt wird. Im Mittelpunkt steht Alphen, ein geheimnisvoller Krieger ohne Erinnerungen und ohne Schmerzempfinden. Gemeinsam mit der Renäerin Shionne gerät er in einen Konflikt, der weit größere Ausmaße annimmt als zunächst erwartet. Was zunächst wie eine klassische Geschichte über Rebellion und Befreiung beginnt, entwickelt sich im Laufe des Spiels zu einem überraschend vielschichtigen Fantasy-Epos.

Themen wie Unterdrückung, Vorurteile, Identität und gesellschaftliche Spaltung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Besonders die Dynamik zwischen den Gruppenmitgliedern sorgt dafür, dass die Geschichte emotional greifbar bleibt. Die Figuren gehören zweifellos zu den größten Stärken des Spiels. Jede Hauptfigur erhält ausreichend Raum zur Entwicklung, wodurch die Beziehungen innerhalb der Gruppe glaubwürdig wachsen. Unterstützt wird dies durch die zahlreichen optionalen Skits, die Fans der Reihe längst kennen und schätzen. Gerade diese Dialoge verleihen den Charakteren zusätzliche Tiefe und sorgen immer wieder für humorvolle oder nachdenkliche Momente.


Dennoch bleibt eine bekannte Schwäche bestehen. Während die erste Hälfte hervorragend aufgebaut ist und kontinuierlich neue Fragen aufwirft, verliert die Erzählung gegen Ende etwas an Struktur. Einige Storyabschnitte wirken unnötig gestreckt, und insbesondere der finale Dungeon verlangt Spielern viel Geduld ab. Das schmälert den positiven Gesamteindruck zwar nicht gravierend, verhindert jedoch den Sprung zur absoluten Perfektion. Spielerisch präsentiert sich Tales of Arise auch Jahre nach seiner Erstveröffentlichung erstaunlich frisch. Das Echtzeit-Kampfsystem verbindet schnelle Action mit taktischen Elementen und sorgt dafür, dass selbst gewöhnliche Gefechte selten langweilig werden.

Jede Figur verfügt über einen einzigartigen Spielstil. Alphen setzt auf riskante Hochrisiko-Angriffe, Rinwell kontrolliert das Schlachtfeld mit mächtigen Zaubern, während Shionne als flexible Fernkämpferin und Heilerin agiert. Die unterschiedlichen Rollen motivieren dazu, regelmäßig zwischen den Charakteren zu wechseln und verschiedene Strategien auszuprobieren. Besonders gelungen sind die sogenannten Boost-Angriffe. Diese Spezialmanöver erlauben es, gegnerische Schwächen gezielt auszunutzen und spektakuläre Kombinationsangriffe auszulösen. Dadurch entsteht ein angenehmer Spielfluss, der sowohl Einsteiger als auch erfahrene JRPG-Fans anspricht.


Auch nach mehreren Dutzend Spielstunden bleibt das Kampfsystem motivierend. Neue Fähigkeiten, Ausrüstungsgegenstände und Kombinationsmöglichkeiten sorgen kontinuierlich für Fortschritt und verhindern effektiv, dass sich Routine einschleicht. Die enthaltene Erweiterung Beyond the Dawn setzt direkt nach dem Ende des Hauptspiels an und begleitet die Helden bei den Herausforderungen einer Welt, die sich nach Jahrhunderten der Unterdrückung neu ordnen muss. Anders als viele klassische Erweiterungen versucht Beyond the Dawn nicht, das Spielsystem grundlegend zu erweitern. Stattdessen konzentriert sich die Zusatzkampagne nahezu vollständig auf ihre Figuren und deren weitere Entwicklung. Neue Quests, zusätzliche Bosse und frische Dialoge sorgen für mehrere Stunden zusätzlichen Inhalt.

Spieler, die sich vor allem für die Geschichte interessieren, erhalten hier einen gelungenen Epilog. Wer hingegen auf neue Gameplay-Ideen gehofft hat, dürfte die Erweiterung als eher konservativ empfinden. Auf Nintendo Switch 2 hinterlässt Tales of Arise einen insgesamt starken Eindruck. Der charakteristische Grafikstil hat erstaunlich gut gealtert und gehört nach wie vor zu den schönsten Anime-Inszenierungen des Genres. Die weitläufigen Landschaften überzeugen durch kräftige Farben, stimmungsvolle Beleuchtung und eine hohe Sichtweite. Besonders im Handheld-Modus profitiert das Spiel vom Display der Switch 2.


Charaktermodelle wirken scharf, Effekte kommen hervorragend zur Geltung und die künstlerische Gestaltung kaschiert technische Einschränkungen geschickt. Im direkten Vergleich mit den Versionen auf PlayStation 5 oder leistungsstarken PCs müssen allerdings kleinere Abstriche akzeptiert werden. Texturen erscheinen teilweise weniger scharf und die allgemeine Bildqualität fällt etwas niedriger aus. Angesichts der mobilen Hardware bewegt sich die Umsetzung jedoch auf bemerkenswert hohem Niveau. Für Diskussionen dürfte vor allem die technische Ausrichtung sorgen. Bandai Namco setzt auf eine Mischung aus 30 und 60 Bildern pro Sekunde. Während Zwischensequenzen mit 60 FPS dargestellt werden, läuft das eigentliche Gameplay überwiegend mit 30 FPS.

Das Problem liegt dabei weniger in den 30 FPS selbst, sondern vielmehr im ständigen Wechsel zwischen beiden Modi. Nach jeder flüssigen Zwischensequenz wirkt das Gameplay kurzfristig träger, wodurch ein unnötiger Bruch entsteht. Ein optionaler Performance-Modus hätte hier deutlich mehr Flexibilität geschaffen. Positiv ist hingegen die Stabilität. Während des Tests kam es kaum zu störenden Einbrüchen oder technischen Problemen. Das Spiel läuft insgesamt sauber und zuverlässig. Gerade bei einem Rollenspiel, das problemlos 60 bis 80 Stunden Spielzeit bieten kann, wird dieser Punkt für viele Spieler eine Rolle spielen.


Tales of Arise hat seit seiner ursprünglichen Veröffentlichung nichts von seiner Faszination verloren. Die Mischung aus packender Geschichte, hervorragend geschriebenen Charakteren, einem ausgezeichneten Kampfsystem und einer wunderschönen Präsentation funktioniert auch auf Nintendo Switch 2 hervorragend. Die technische Umsetzung überzeugt insbesondere im Handheld-Modus und zeigt, welches Potenzial in Nintendos neuer Hardware steckt. Kleinere Schwächen bei der Framerate-Umsetzung sowie die hohe Belastung des Akkus verhindern eine noch bessere Wertung, ändern jedoch nichts daran, dass Bandai Namco einen gelungenen Port abliefert. Für Neueinsteiger ist die Beyond the Dawn Edition die aktuell beste Möglichkeit, eines der stärksten JRPGs der vergangenen Jahre zu erleben. Wer bereits andere Versionen besitzt, erhält zwar keine wesentlichen Neuerungen, aber eine technisch solide und vor allem mobile Alternative.



Fakten:

 

Genre: Action, RPG

Erscheinungsdatum: 22. Mai 2026

Publisher: Bandai Namco

Entwickler: Bandai Namco

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 59,99 Euro (Nintendo Switch 2)

Offizielle Website: https://de.bandainamcoent.eu/ 


Bewertung:

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