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SAROS (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 7 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Der neue Titel von Housemarque wirft uns ohne lange Vorrede in eine Welt, in der jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet. Bereits die ersten Gefechte machen deutlich, dass die Entwickler ihrer kompromisslosen Designphilosophie treu geblieben sind. Präzision, Reaktionsvermögen und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, stehen erneut im Mittelpunkt. Gleichzeitig zeigt sich schnell, dass SAROS weit mehr sein möchte als eine bloße Fortsetzung der Ideen aus Returnal. Vielmehr wirkt das Spiel wie die konsequente Weiterentwicklung einer Formel, an der das Studio seit Jahren feilt. Größer, zugänglicher und erzählerisch fokussierter – ohne dabei seine Identität zu verlieren.


Schauplatz des Geschehens ist der Planet Carcosa, eine unwirtliche Welt, die unter einer ewigen Sonnenfinsternis gefangen liegt. Als Vollstrecker Arjun Devraj wird der Spieler entsandt, um das Verschwinden einer Kolonie zu untersuchen. Aus der scheinbar klar definierten Mission entwickelt sich jedoch rasch eine Reise in eine Realität, deren Regeln zunehmend verschwimmen. Housemarque setzt dabei auf eine Erzählweise, die deutlich zugänglicher ausfällt als noch bei Returnal. Die Handlung bleibt geheimnisvoll und überlässt dem Spieler genügend Raum für eigene Interpretationen, verliert sich jedoch nie vollständig in Symbolik oder kryptischen Andeutungen.

Vor allem das Worldbuilding überzeugt. Carcosa wirkt wie ein Ort mit eigener Geschichte, geprägt von längst vergangenen Katastrophen und rätselhaften Kräften. Die fremdartige Atmosphäre zieht sich durch sämtliche Spielabschnitte und sorgt dafür, dass selbst ruhige Erkundungsphasen von einer konstanten Spannung begleitet werden.

Die größte Stärke von SAROS liegt jedoch im Gameplay. Housemarque versteht wie kaum ein anderes Studio, wie man Action inszeniert, die gleichzeitig fordernd und intuitiv wirkt. Schon nach wenigen Stunden entsteht jener Zustand, den viele Entwickler anstreben, aber nur wenige erreichen: ein nahezu perfekter Flow zwischen Bewegung, Angriff und Verteidigung.


Jeder Kampf verlangt Aufmerksamkeit. Gegner attackieren aus unterschiedlichen Richtungen, Projektilmuster überziehen den Bildschirm und innerhalb von Sekunden müssen Entscheidungen getroffen werden. Trotzdem wirkt das Geschehen nie chaotisch oder unfair. Hinter jeder Begegnung steckt eine klare spielerische Logik, die mit zunehmender Erfahrung immer besser lesbar wird. Besonders beeindruckend fällt das Waffenhandling aus. Jede Waffe besitzt einen klar definierten Charakter und verändert die Dynamik der Gefechte spürbar. Statt bloßer Zahlenwerte stehen unterschiedliche Spielstile im Mittelpunkt. Die Wahl der Ausrüstung beeinflusst nicht nur den verursachten Schaden, sondern oft die gesamte Herangehensweise an einen Run.

Während viele Roguelikes Gefahr laufen, ihre Spieler durch ständige Rückschläge zu frustrieren, gelingt SAROS ein bemerkenswert ausgewogener Fortschrittskreislauf.

Neue Fähigkeiten, Ausrüstungsverbesserungen und freischaltbare Modifikatoren sorgen dafür, dass sich jeder Durchlauf sinnvoll anfühlt. Selbst gescheiterte Runs hinterlassen das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Das motiviert und erzeugt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Gleichzeitig bleibt der Schwierigkeitsgrad hoch. Housemarque verzichtet bewusst darauf, die Herausforderung zu verwässern. Wer erfolgreich sein möchte, muss Spielmechaniken verstehen, Angriffsmuster lernen und die Möglichkeiten seines Builds effektiv nutzen.


Genau hierin liegt ein wesentlicher Reiz des Spiels. Erfolg fühlt sich verdient an, Niederlagen werden zu Lernprozessen statt zu Frustmomenten. Auf der PlayStation 5 Pro präsentiert sich SAROS in technisch hervorragender Verfassung. Selbst in den hektischsten Gefechten bleibt die Bildrate stabil. Ladezeiten spielen praktisch keine Rolle und auch während längerer Spielsitzungen konnten keine gravierenden technischen Probleme festgestellt werden. Angesichts der enormen Effektfülle ist diese Leistung bemerkenswert. Besonders in den späteren Spielabschnitten entwickelt das Geschehen eine audiovisuelle Intensität, die ihresgleichen sucht. Hunderte Partikeleffekte, Projektilmuster und Explosionen füllen den Bildschirm, ohne die Übersichtlichkeit zu beeinträchtigen.

Dennoch ist nicht alles perfekt. Die prozedural generierten Umgebungen sorgen zwar für Abwechslung, offenbaren auf lange Sicht jedoch gewisse Wiederholungen. Auch die Gegnerauswahl hätte umfangreicher ausfallen dürfen. Nach mehreren Dutzend Stunden begegnet man vielen bekannten Feindtypen erneut, wodurch ein Teil des Überraschungseffekts verloren geht. Wenn es einen Bereich gibt, in dem SAROS nahezu makellos agiert, dann ist es die akustische Präsentation.


Jede Waffe vermittelt durch ihr Klangbild ein spürbares Gewicht. Explosionen besitzen Druck, Gegnerangriffe erzeugen eine glaubwürdige räumliche Wahrnehmung und die Musik steigert die Intensität großer Kämpfe erheblich. Gerade mit einem hochwertigen Soundsystem oder Headset entfaltet das Spiel eine beeindruckende Wirkung. Die akustische Kulisse trägt maßgeblich dazu bei, dass sich die Gefechte so unmittelbar und intensiv anfühlen.

SAROS zeigt eindrucksvoll, warum Housemarque mittlerweile zu den interessantesten Actionspiel-Studios der Branche zählt. Die Entwickler verfeinern ihre bewährte Formel an nahezu allen entscheidenden Stellen und erschaffen ein Spielerlebnis, das über viele Stunden hinweg fesselt. Das exzellente Kampfsystem, die motivierende Progression und die herausragende technische Umsetzung bilden das Fundament eines Shooters, der zu den stärksten Genrevertretern der aktuellen Konsolengeneration gehört. Kleinere Schwächen bei Gegnervielfalt und Langzeitmotivation verhindern zwar die absolute Höchstwertung, ändern jedoch nichts am hervorragenden Gesamteindruck. SAROS ist kein Spiel, das jedem gefallen möchte. Es fordert Konzentration, Geduld und die Bereitschaft, Rückschläge zu akzeptieren. Wer sich darauf einlässt, erlebt jedoch einen der intensivsten und spielerisch überzeugendsten Actiontitel der vergangenen Jahre.



Fakten:

 

Genre: Action

Erscheinungsdatum: 30. April 2026

Publisher: Sony

Entwickler: Housemarque

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 16 Jahre

Preis: ab 59,99 Euro (PlayStation 5)


Bewertung:

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