MotoGP 25 (PS5) im Test
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- 3. Mai 2025
- 4 Min. Lesezeit

Mit „MotoGP 25“ bringt Milestone bereits den nächsten Zweirad-Rennspieltitel auf den Markt. Anders als beim Offroad-Ableger „Monster Energy Supercross 25“ bleibt man der jährlichen Veröffentlichungsrhythmus treu – mit allen bekannten Vor- und Nachteilen und spannenden Neuerungen. Entsprechend stellt sich auch in diesem Jahr die Frage, ob der neue Teil echte Fortschritte liefert oder sich erneut hauptsächlich als Update für Serienfans präsentiert.
Im Mittelpunkt steht erneut der Karrieremodus, der weiterhin das stärkste Argument von „MotoGP 25“ darstellt. Gleich zu Beginn dürfen wir entscheiden, in welcher der drei Klassen wir starten möchten. Neu ist dabei die Möglichkeit, ohne Umwege direkt in die MotoGP einzusteigen. Während frühere Teile uns zwangen, zumindest einige Rennen in Moto3 oder Moto2 zu absolvieren, können wir nun sofort die Königsklasse in Angriff nehmen. Allerdings nicht bei den Topteams: Ducati, Aprilia oder Yamaha bleiben anfangs verschlossen, stattdessen fahren wir zunächst für Satellitenteams wie Gresini, Tech3 oder LCR und müssen uns mit guten Ergebnissen empfehlen. Das wirkt glaubwürdig und motivierend, auch wenn die gestrichene Option eines eigenen Custom-Teams schmerzlich vermisst wird. Gerade hier zeigt sich, dass andere Rennspielreihen wie F1 in puncto Management inzwischen deutlich weiter sind.

Sehr gelungen ist hingegen die Überarbeitung der Bike-Entwicklung. Statt zahlreicher, teils zäher Testfahrten geben wir nun nach jedem Rennen direkt Feedback an unseren Crewchief. Wir entscheiden, ob wir Defizite beim Turning, bei der Aerodynamik oder beim Motor sehen, woraufhin die Mechaniker entsprechende Verbesserungen einleiten. Das Ganze läuft angenehm nebenher, ohne in aufwendiges Micromanagement auszuarten, und sorgt dennoch dafür, dass sich unser Motorrad im Saisonverlauf spürbar verändert. Auch die Concessions für schwächelnde Hersteller wie Honda wurden integriert, spielen im Spielgeschehen aber eine eher untergeordnete Rolle.
Zusätzlich sorgt der bekannte Transfermarkt erneut für Dynamik. KI-Fahrer wechseln Teams und Klassen, Talente arbeiten sich nach oben, und jede Saison fühlt sich leicht anders an. Nicht jeder Transfer wirkt realistisch, doch gerade diese Unberechenbarkeit trägt zur Langzeitmotivation bei und simuliert die berüchtigte Silly Season der echten MotoGP recht stimmungsvoll. Auf der Strecke zeigt „MotoGP 25“ eine leichte, aber spürbare Weiterentwicklung. Das Fahrgefühl bleibt anspruchsvoll und klar auf Simulationsfans ausgelegt.

Die Bremsen reagieren nicht mehr ganz so aggressiv wie im Vorgänger, während die Aerodynamik stärker ins Gewicht fällt. Die Motorräder liegen stabiler, fühlen sich fast wie auf Schienen an, verlangen aber weiterhin viel Feingefühl. Positiv fällt die überarbeitete Traktionskontrolle auf, die nun nicht mehr übermäßig Leistung schluckt. Dennoch gilt: Wer den Gasgriff zu grob behandelt, wird gnadenlos bestraft – die über 300 PS starken Maschinen verzeihen keine Fehler. Wie gewohnt bietet das Spiel eine enorme Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten. Von elektronischen Helfern über Ride-Height-Device bis hin zur individuellen Tastenreaktion lässt sich nahezu jeder Aspekt anpassen.
Einsteiger können sich stark unterstützen lassen, müssen dann aber mit einem deutlich verfälschten Fahrgefühl leben. Die Adaptive KI sorgt grundsätzlich für spannende Rennen, leidet jedoch weiterhin unter bekannten Problemen. Nach dem Start wird das Feld oft schnell statisch, Überholmanöver sind selten, und bei Kontakten fahren die Gegner noch immer rücksichtslos ihre Linie. Immerhin können KI-Fahrer nun durch Stürze komplett ausfallen, was vor allem in der hektischen Startphase für zusätzliche Authentizität sorgt.

Eine der größten Neuerungen stellen die zusätzlichen Disziplinen dar. Mit Minibikes, Motard und Flat Track erweitert Milestone das Spiel um Trainingsformen, die sich am realen Alltag vieler MotoGP-Piloten orientieren. Alle drei Varianten steuern sich spürbar unterschiedlich und sorgen für willkommene Abwechslung zwischen den WM-Rennen. Minibikes sind chaotisch und spaßig, Motard vermittelt ein völlig anderes Fahrgefühl auf Asphalt, und Flat Track lebt von kontrollierten Drifts auf losem Untergrund. Inhaltlich ist das eine klare Bereicherung, auch wenn diese Modi im Splitscreen-Multiplayer fehlen.
Deutlich weniger überzeugend fällt die Präsentation aus. Trotz des Wechsels zur Unreal Engine 5 wirkt „MotoGP 25“ optisch erschreckend altbacken. Animationen im Grid, bei Stürzen oder im Parc Fermé sind steif und seit Jahren nahezu unverändert. Die Charaktermodelle, insbesondere die Gesichter, bewegen sich weiterhin auf einem Niveau, das modernen Konsolenspielen nicht gerecht wird. Auch die Umgebungen abseits der Strecke wirken steril, und Clippingfehler trüben immer wieder den Gesamteindruck. Hier hätte der Engine-Wechsel eigentlich für einen klaren Generationssprung sorgen müssen.
Besser schlägt sich der Sound. Die neuen Motorengeräusche der MotoGP-Klasse klingen druckvoll und aggressiv, während Moto2 und Moto3 akustisch deutlich abfallen. Mit Eddie Mielke gibt es zudem einen neuen deutschen Kommentator, der seine Sache ordentlich macht, auch wenn echte Highlights ausbleiben.
Unterm Strich ist „MotoGP 25“ ein guter Ableger der Serie, aber vorsichtiger Schritt nach vorne. Das Fahrgefühl überzeugt weiterhin, der Karrieremodus wurde sinnvoll verfeinert, und die neuen Disziplinen bringen frischen Wind in den Umfang. Gleichzeitig leidet das Spiel nach wie vor unter seiner schwachen Präsentation und einer KI, die nicht konsequent genug agiert. Für Serienfans ist „MotoGP 25“ der bislang beste Teil der aktuellen Generation, ein echter Neuanfang bleibt jedoch erneut aus.
Fakten:
Genre: Rennspiel
Erscheinungsdatum: 30. April 2025
Publisher: Milestone
Entwickler: Milestone
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 0 Jahre
Preis: ab 29,99 Euro (PlayStation®5, PlayStation®4, Xbox Series X|S, Xbox One, Nintendo Switch, PC)
Offizielle Website: https://milestone.it/
Bewertung:

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