Devil Jam (Switch) im Test
- playmoregames

- vor 4 Tagen
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Mit Devil Jam liefert Rogueside Games ein Action-Roguelite, das sich ganz der Ästhetik und Attitüde des Heavy Metal verschreibt. Das Spiel ist ab sofort für PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch erhältlich und setzt auf eine Mischung aus rhythmisch inszenierter Action, taktischer Build-Planung und kompromissloser Dämonenbekämpfung.
Die Ausgangslage ist ebenso simpel wie passend: Ein verstorbener Musiker geht einen Pakt mit der Hölle ein und wird dazu verdammt, in einem endlosen infernalischen Konzert zu bestehen. Die narrative Einbettung bleibt dabei bewusst minimalistisch. Story-Elemente sind vorhanden, treten jedoch klar hinter das Gameplay zurück – ein Ansatz, der zwar funktional ist, aber kaum emotionale Bindung erzeugt.

Im Zentrum steht ein schnelles, präzisionslastiges Kampfsystem. Der Spieler navigiert durch abgeschlossene Arenen, weicht Angriffswellen aus und entfesselt automatisch ausgelöste Attacken. Das sorgt für einen konstanten Flow, verlangt aber gleichzeitig hohe Aufmerksamkeit und sauberes Timing.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist das rasterbasierte Fähigkeitssystem. Hier lassen sich Angriffe gezielt anordnen und kombinieren, wodurch individuelle Builds entstehen. Diese Mechanik verleiht dem Spiel eine strategische Ebene, die über reines Reaktionsvermögen hinausgeht. Gleichzeitig sorgen überzeichnete Effekte und experimentelle Fähigkeiten für ein bewusst chaotisches, fast schon audiovisuell überladenes Spielerlebnis.

Wie es das Genre vorgibt, sind viele im Run erlangte Fähigkeiten vergänglich. Permanenter Fortschritt erfolgt über Upgrades, die außerhalb der Runs freigeschaltet werden können – allerdings zu einem spürbaren Preis. Das führt gerade in der Anfangsphase zu einem gewissen Grind, der den Spielfluss ausbremst. Mit wachsender Spielerfahrung relativiert sich dieses Problem jedoch: Mechaniken greifen besser ineinander, Builds werden effizienter, und selbst scheinbar unfaire Situationen lassen sich zunehmend kontrollieren. Die Bosskämpfe fungieren dabei als Höhepunkte – fordernd, abwechslungsreich und konsequent auf Fortschritt ausgelegt.
Der Soundtrack von Deon van Heerden, bekannt durch Warhammer 40,000: Shootas, Blood & Teef, liefert eine passende akustische Grundlage. Die Tracks treiben das Geschehen zuverlässig an, bleiben jedoch hinter dem zurück, was die kompromisslose Metal-Thematik erwarten lässt. Hier wäre mehr Mut zur Extreme wünschenswert gewesen. Visuell überzeugt Devil Jam mit einer klaren, stilisierten Präsentation. Trotz der Effektflut bleibt das Spielgeschehen meist gut lesbar – ein entscheidender Faktor bei der hohen Geschwindigkeit und Gegnerdichte. Technisch gibt sich der Titel solide, ohne größere Ausreißer nach oben oder unten.
Devil Jam präsentiert sich als eigenständiges, stilistisch klares Roguelite mit spannenden Systemideen und intensivem Gameplay-Kern. Besonders das flexible Fähigkeitssystem und die gelungenen Bosskämpfe hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Dem gegenüber stehen ein etwas zäher Progressionsstart, eine unterentwickelte narrative Ebene und ein Soundtrack, der sein volles Potenzial nicht ganz ausschöpft. Unterm Strich bleibt ein gutes, aber nicht herausragendes Genre-Erlebnis, das vor allem durch seine Atmosphäre und Mechaniken punktet – und mit etwas Feinschliff deutlich mehr hätte sein können.
Fakten:
Genre: Action & Adventure, Kampfspiele
Erscheinungsdatum: 26. März 2026
Publisher: Rogueside
Entwickler: Rogueside
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 12 Jahre
Preis: ab 7,99 Euro (Nintendo Switch, Playstation 5, Xbox Series X|S, PC)
Offizielle Website: https://www.rogueside.com/
Bewertung:

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