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The Bus (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • 12. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Mit The Bus wagen Publisher Aerosoft und Entwickler TML-Studios den großen Schritt vom Early Access hin zur fertigen Vollversion – und liefern dabei eine der derzeit ambitioniertesten Bussimulationen auf dem Markt ab. Der Titel verfolgt ein klares Ziel: den Berliner Nahverkehr nicht nur spielbar, sondern möglichst authentisch erlebbar zu machen. Dieses Vorhaben gelingt in vielen Bereichen beeindruckend gut, wird jedoch von einigen spürbaren Schwächen begleitet.


Im Zentrum der Erfahrung steht eine aufwendig rekonstruierte Spielwelt. Berlin wurde hier nicht bloß stilisiert nachgebaut, sondern in weiten Teilen im Maßstab 1:1 umgesetzt. Bekannte Orte, Straßenzüge und Knotenpunkte sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert und verleihen dem Spiel eine glaubwürdige räumliche Struktur. Unterstützt wird dieser Anspruch durch die Zusammenarbeit mit den Berliner Verkehrsbetriebe, wodurch offiziell lizenzierte Busse und realitätsnahe Betriebsabläufe ihren Weg ins Spiel finden. Das Ergebnis ist eine Simulation, die sich klar an der Realität orientiert und großen Wert auf Details legt.

Spielerisch bleibt The Bus zunächst den klassischen Tugenden des Genres treu. Fahrgäste müssen pünktlich befördert, Haltestellen korrekt angefahren und Verkehrsregeln eingehalten werden. Doch die Vollversion erweitert dieses Fundament entscheidend. Mit dem integrierten Wirtschaftsmodus erhält das Spiel erstmals eine klare Progressionsstruktur. Spieler gründen ihr eigenes Busunternehmen, verwalten Personal, planen Einsätze und bauen ihre Fahrzeugflotte kontinuierlich aus. Diese zusätzliche Ebene verleiht dem Spiel eine langfristige Motivation, die über das reine Abarbeiten von Fahrten hinausgeht, und hebt The Bus deutlich von vielen Genrevertretern ab.


Auch im Detail überzeugt die Simulation durch ihre lebendige Darstellung des Stadtalltags. Dynamische Wetterverhältnisse, wechselnde Tageszeiten und saisonale Einflüsse wirken sich direkt auf Sicht, Fahrverhalten und Atmosphäre aus. Dicht befahrener Stadtverkehr, KI-gesteuerte Busse und unterschiedlich gestaltete Passanten tragen zusätzlich dazu bei, ein glaubwürdiges Gesamtbild zu erzeugen. Gerade in ruhigen Momenten, wenn die Sonne über den Straßen aufgeht oder Regen auf die Windschutzscheibe prasselt, entfaltet das Spiel eine bemerkenswerte Immersion.

Das Fahrgefühl selbst gehört zu den größten Stärken. Die Busse vermitteln ein authentisches Gewicht, reagieren nachvollziehbar auf Lenkbewegungen und verlangen ein vorausschauendes Fahrverhalten. Unterstützt wird dies durch überarbeitete Physiksysteme, Force-Feedback-Unterstützung sowie eine insgesamt verbesserte Fahrzeugkontrolle. Wer mit Lenkrad spielt, bekommt hier ein besonders intensives Simulationserlebnis geboten, das dem realen Fahralltag erstaunlich nahekommt.


Trotz dieser Stärken zeigt sich jedoch deutlich, dass The Bus den Feinschliff noch nicht vollständig abgeschlossen hat. Immer wieder treten kleinere technische Probleme auf, die den Gesamteindruck trüben. Dazu zählen fehlerhafte Türanimationen, gelegentliche Clipping-Probleme bei Fahrgästen, flackernde Lichteffekte sowie vereinzelte Unstimmigkeiten bei Kameraperspektiven. Diese Fehler sind selten spielentscheidend, fallen jedoch regelmäßig auf und können die Immersion stören.

Ein weiterer Schwachpunkt liegt im Einstieg. Das vorhandene Tutorial wird dem Umfang und der Komplexität der Simulation nicht gerecht. Wichtige Systeme werden nur unzureichend erklärt, wodurch insbesondere Einsteiger unnötig ins kalte Wasser geworfen werden. Hier verschenkt das Spiel Potenzial, da gerade die ersten Stunden entscheidend für die langfristige Motivation sind. Auch der Modding-Editor und den Multiplayer-Modus gibt es aktuell nur in der PC-Version zu finden.


In der Gesamtbetrachtung bleibt The Bus dennoch eine überzeugende Simulation mit klar erkennbarer Vision. Die detailgetreue Umsetzung Berlins, das realistische Fahrgefühl und der neu eingeführte Wirtschaftsmodus bilden ein starkes Fundament, das sowohl Simulationsfans als auch geduldige Neueinsteiger ansprechen dürfte. Gleichzeitig verhindern technische Unsauberkeiten und ein ausbaufähiger Einstieg, dass das Spiel sein volles Potenzial bereits jetzt ausschöpft.

The Bus ist eine ambitionierte und atmosphärisch dichte Nahverkehrssimulation, die den Alltag eines Busfahrers glaubwürdig einfängt und mit sinnvollen Gameplay-Erweiterungen ergänzt. Trotz vorhandener Schwächen überzeugt das Gesamtpaket durch Authentizität und Spieltiefe – und empfiehlt sich insbesondere für Spieler, die weniger auf Perfektion als auf ein immersives Simulationserlebnis Wert legen.



Fakten:

 

Genre: Simulation

Erscheinungsdatum: 26. März 2026

Publisher: Aerosoft GmbH

Entwickler: TML Studios

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 0 Jahre

Preis: ab 39,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, PC)

Offizielle Website: https://www.aerosoft.com/de/


Bewertung:

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