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MARVEL MaXimum Collection (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Mit der MARVEL MaXimum Collection legen Limited Run Games gemeinsam mit Marvel Games und Konami Digital Entertainment eine umfangreiche Sammlung klassischer Marvel-Videospiele vor, die vor allem eines sein will: eine spielbare Zeitkapsel. Statt sich auf einzelne Highlights zu konzentrieren, verfolgt die Compilation den Ansatz, möglichst viele Versionen und Interpretationen bekannter Titel zu bündeln – von Arcade-Automaten über 8- und 16-Bit-Konsolen bis hin zu Handheld-Ablegern. Das Ergebnis ist ein Paket, das gleichermaßen fasziniert wie gelegentlich frustriert.


Im Mittelpunkt steht dabei zweifellos X-Men: The Arcade Game, dessen Rückkehr auf moderne Systeme lange überfällig war. Das kooperative Beat-’em-up überzeugt auch heute noch durch sein schnelles, zugängliches Gameplay und entfaltet seine größte Stärke im Mehrspielermodus. Die Integration eines Online-Modus mit Rollback-Netcode erweist sich als zeitgemäße Ergänzung und sorgt dafür, dass sich das ursprüngliche Arcade-Gefühl erstaunlich authentisch reproduzieren lässt. Gerade im Zusammenspiel mehrerer Spieler entsteht jene Dynamik, die den Titel bereits damals zu einem Publikumsliebling gemacht hat.

Flankiert wird dieses Herzstück von einer Reihe weiterer bekannter Titel wie Captain America and the Avengers, Spider-Man/Venom: Maximum Carnage, Venom/Spider-Man: Separation Anxiety, Spider-Man/X-Men: Arcade's Revenge und Silver Surfer. Besonders interessant ist dabei weniger die bloße Auswahl als vielmehr die Entscheidung, mehrere Plattformversionen parallel anzubieten. Dadurch entsteht ein spannender Überblick darüber, wie unterschiedlich ein und dasselbe Spielkonzept je nach Hardware umgesetzt wurde – mal näher am Arcade-Vorbild, mal deutlich vereinfacht oder experimenteller.


Technisch hinterlässt die Sammlung insgesamt einen soliden Eindruck. Die Emulation arbeitet zuverlässig, Bild- und Tonwiedergabe sind stimmig, und grundlegende Komfortfunktionen wie Speicherstände oder Einstellungsoptionen sind vorhanden. Dennoch bleibt die Umsetzung nicht frei von Schwächen. So fällt insbesondere die unglücklich gewählte Tastenbelegung negativ auf: Dass sich während des Spiels durch einen simplen Tastendruck unbeabsichtigt ein Optionsmenü öffnet, ohne dass sich diese Belegung anpassen lässt, wirkt wie ein unnötiger Designfehler und kann den Spielfluss spürbar beeinträchtigen.

Auch in spielerischer Hinsicht zeigt sich die Collection uneinheitlich. Während einige Titel – allen voran X-Men: The Arcade Game – erstaunlich gut gealtert sind und noch immer kurzweilige Unterhaltung bieten, offenbaren andere Spiele deutlich ihre Herkunft aus einer Zeit, in der Spielbalance und Komfort eine untergeordnete Rolle spielten. Silver Surfer etwa bleibt berüchtigt für seinen hohen Schwierigkeitsgrad, während die 16-Bit-Produktionen wie Spider-Man/Venom: Maximum Carnage eher durch Stil, Präsentation und ihren ikonischen Soundtrack als durch spielerische Finesse überzeugen.


Ein weiterer Kritikpunkt ist die vergleichsweise spartanische Aufmachung. Während viele moderne Retro-Sammlungen mit umfangreichen Bonusinhalten, Hintergrundmaterialien oder interaktiven Archiven aufwarten, beschränkt sich die MARVEL MaXimum Collection weitgehend auf die reinen Spiele. Angesichts der historischen Bedeutung der enthaltenen Titel wäre eine ausführlichere Kontextualisierung durchaus wünschenswert gewesen.

Unterm Strich präsentiert sich die MARVEL MaXimum Collection als ein bewusst breit angelegtes Archiv klassischer Marvel-Spiele, das weniger durch Perfektion als durch seine Vielfalt überzeugt. Für langjährige Fans und Retro-Enthusiasten liegt der Reiz klar auf der Hand: Die Möglichkeit, Klassiker wie X-Men: The Arcade Game in zeitgemäßer Form erneut zu erleben, entfaltet eine starke nostalgische Wirkung. Neueinsteiger hingegen erhalten zwar einen interessanten Einblick in die Vergangenheit der Marvel-Videospiele, müssen jedoch bereit sein, qualitative Schwankungen und einige Komfortdefizite in Kauf zu nehmen.



Fakten:

 

Genre: Action & Adventure

Erscheinungsdatum: 27. März 2026

Publisher: Limited Run Games

Entwickler: Konami, Marvel Games

Spieler: 1 - 6

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 24,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch, PC)

Offizielle Website: https://limitedrungames.com


Bewertung:

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