FINAL FANTASY VII REBIRTH (Switch 2) im Test
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- vor 11 Stunden
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Als FINAL FANTASY VII REBIRTH Anfang 2024 auf PlayStation 5 erschien, galt schnell als ausgemacht, dass Rollenspiele dieser Größenordnung auf absehbare Zeit den leistungsstärksten Konsolen vorbehalten bleiben würden. Zu opulent die Inszenierung, zu weitläufig die Spielwelt, zu hoch die technischen Anforderungen. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass Square Enix das Mammutprojekt nun auch auf Nintendo Switch 2 veröffentlicht hat. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die neue Version mit der PS5-Pro-Fassung mithalten kann – das kann sie naturgemäß nicht –, sondern ob sie das außergewöhnliche Spielerlebnis von REBIRTH überzeugend auf eine mobile Plattform transportiert. Die Antwort fällt überraschend eindeutig aus.
Die Handlung setzt unmittelbar nach den Ereignissen von FINAL FANTASY VII REMAKE an. Cloud Strife und seine Gefährten haben Midgar hinter sich gelassen und betreten erstmals die offene Welt jenseits der Metropole. Bereits die Eröffnungsstunden gehören zu den erzählerischen Höhepunkten des gesamten Spiels. In einer aufwendig inszenierten Rückblende schildert Cloud die Geschehnisse rund um Nibelheim und seine Verbindung zu Sephiroth – Szenen, die eindrucksvoll zeigen, weshalb Square Enix seit Jahrzehnten zu den Meistern des interaktiven Erzählens zählt.

Der Titel gelingt dabei der seltene Spagat, sowohl langjährige Fans als auch Neueinsteiger abzuholen. Kenner des Originals entdecken zahllose Verweise, Neuinterpretationen und überraschende Wendungen, während Neulinge einer klar strukturierten Geschichte folgen können. Die Charaktere erhalten reichlich Raum zur Entfaltung, ihre Beziehungen entwickeln sich glaubwürdig und verleihen der Reise eine emotionale Tiefe, die weit über das hinausgeht, was Genrevertreter üblicherweise bieten. Der wohl größte Fortschritt gegenüber dem Vorgänger liegt in der Gestaltung der Spielwelt.
Wo FINAL FANTASY VII REMAKE noch vergleichsweise linearen Pfaden folgte, öffnet REBIRTH die Tore zu einer beeindruckenden Reihe weitläufiger Regionen, die geradezu danach verlangen, erkundet zu werden. Bereits das erste Graslandgebiet vermittelt ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das man in modernen Rollenspielen nur selten erlebt. Hinter jeder Anhöhe wartet eine neue Entdeckung, sei es ein versteckter Schatz, eine Nebenmission, ein seltener Gegner oder eine bislang unbekannte Geschichte. Besonders bemerkenswert ist dabei die Liebe zum Detail. Städte wie Kalm wirken nicht wie bloße Kulissen, sondern wie lebendige Orte mit eigener Identität, in denen Bewohner ihrem Alltag nachgehen und kleine Geschichten erzählen.

Die offene Welt mag sich dabei bekannter Genre-Konventionen bedienen, doch ihre enorme Vielfalt verhindert zuverlässig jede Form von Routine. Jede Region besitzt ihren eigenen Charakter, eigene Herausforderungen und eine unverwechselbare Atmosphäre.
Auch spielerisch zählt REBIRTH zur Spitzenklasse. Das Kampfsystem baut auf den Stärken des Vorgängers auf und verfeinert dessen Mischung aus Echtzeit-Action und klassischer Rollenspieltaktik. Die Gefechte verlangen schnelle Reaktionen, belohnen gleichzeitig aber sorgfältige Planung. Während normale Angriffe, Ausweichrollen und Blocks unmittelbar ausgeführt werden, entfaltet sich die eigentliche strategische Tiefe über das ATB-System.
Fähigkeiten, Zauber und Spezialtechniken müssen gezielt eingesetzt werden, um Gegner effizient unter Druck zu setzen. Besonders beeindruckend bleibt die Vielfalt der spielbaren Charaktere. Cloud, Tifa, Barret, Aerith, Yuffie und die weiteren Gruppenmitglieder unterscheiden sich nicht nur oberflächlich, sondern verfügen über vollständig eigene Spielstile. Der regelmäßige Wechsel zwischen den Figuren wird dadurch nicht zur Pflichtübung, sondern zu einem zentralen Bestandteil der Spielmechanik. Gleichzeitig verlangt REBIRTH ein gewisses Maß an Einarbeitung.

Wer Ausrüstung, Materia-System und Teamzusammenstellung ignoriert, wird spätestens bei stärkeren Gegnern an seine Grenzen stoßen. Das Spiel fordert seine Spieler, bleibt dabei aber stets fair und motivierend. Technisch steht die Switch-2-Version naturgemäß vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Schließlich gehört REBIRTH zu den grafisch aufwendigsten Produktionen der vergangenen Jahre. Umso beeindruckender ist das Ergebnis. Im TV-Modus präsentiert sich das Rollenspiel über weite Strecken erstaunlich nah an seinen größeren Konsolenbrüdern. Die Bildrate bleibt überwiegend stabil, die Steuerung reagiert präzise und die Welt behält einen Großteil ihrer visuellen Wirkung.
Dennoch sind die Einsparungen sichtbar. Vor allem in offenen Gebieten treten gelegentlich deutliche Pop-ins auf. Vegetation erscheint mitunter erst wenige Meter vor dem Spieler, während entfernte Objekte sichtbar nachgeladen werden. Auch die Charaktermodelle zeigen Abstriche bei Haaren und feinen Details. Besonders im direkten Vergleich mit der PS5-Pro-Version wird deutlich, wo die Grenzen der Hardware liegen. Erfreulicherweise beeinträchtigen diese Einschränkungen den Spielfluss nur selten. Vielmehr gelingt es der Portierung, die Atmosphäre und den visuellen Gesamteindruck erstaunlich gut zu bewahren.
Letztlich liegt die größte Stärke dieser Umsetzung jedoch an anderer Stelle.
FINAL FANTASY VII REBIRTH ist kein Spiel für ein Wochenende. Es ist ein monumentales Rollenspiel, das problemlos weit über hundert Stunden Spielzeit verschlingen kann.
Gerade deshalb entfaltet die Möglichkeit, jederzeit in den Handheld-Modus zu wechseln, einen enormen Mehrwert. Ob auf Reisen, während der Pendelfahrt oder entspannt auf dem Balkon – die Welt von Gaia steht jederzeit zur Verfügung. Auf dem integrierten Display fallen viele technische Kompromisse deutlich weniger ins Gewicht, während die Flexibilität der Plattform das Spielerlebnis spürbar bereichert. Es ist genau diese Freiheit, die dazu führt, dass man trotz der objektiv besseren Grafik auf anderen Plattformen immer wieder zur Switch-2-Version zurückkehrt.
FINAL FANTASY VII REBIRTH bleibt ein Meisterwerk des modernen Rollenspiels und beweist eindrucksvoll, dass technische Brillanz nicht allein über die Qualität eines Spielerlebnisses entscheidet. Zwar erreicht die Nintendo-Switch-2-Version weder die Bildschärfe noch die Detailfülle der stärksten Konkurrenzplattformen, doch sie bewahrt nahezu alles, was dieses Abenteuer so außergewöhnlich macht. Die packende Geschichte, die hervorragend geschriebenen Figuren, das exzellente Kampfsystem und die faszinierende Spielwelt entfalten auch auf Nintendos Hardware ihre volle Wirkung. Dass sich ein derart gewaltiges Rollenspiel nun problemlos unterwegs erleben lässt, verleiht der Portierung einen ganz eigenen Reiz. Square Enix liefert damit nicht die technisch beste Version von FINAL FANTASY VII REBIRTH ab – wohl aber eine der angenehmsten und flexibelsten Möglichkeiten, eines der besten Rollenspiele der aktuellen Generation zu erleben.
Fakten:
Genre: RPG
Erscheinungsdatum: 03. Juni 2026
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 16 Jahre
Preis: ab 59,99 Euro (Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC)
Offizielle Website: https://ffvii.square-enix-games.com/de/games/rebirth
Bewertung:

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