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Dragonkin: The Banished (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

NACON und Eko Software vollziehen mit Dragonkin: The Banished nach einer umfangreichen Early-Access-Phase den finalen Release eines Action-Rollenspiels, das sich bewusst zwischen klassischen Genre-Tugenden und eigenständigen Ideen positioniert. Herausgekommen ist ein Titel, der sich klar an erfahrene Hack-and-Slash-Fans richtet und seine Stärken vor allem in Systemtiefe, Build-Vielfalt und kooperativem Gameplay ausspielt.


Bereits beim Einstieg wird deutlich, dass hier mit Bedacht gearbeitet wurde. Der Prolog dient nicht als simples Tutorial, sondern als kompakte, spielerische Einführung in alle vier Klassen. Innerhalb kurzer Zeit erhalten Spieler ein gutes Gefühl für Kampfstile, Tempo und Mechaniken, was die spätere Klassenwahl fundierter und sinnvoller macht als in vielen Genre-Vertretern. Gleichzeitig vermittelt das Spiel früh seine grundlegende Philosophie: zugänglich im Kern, aber mit wachsender Komplexität im Detail.

Das Kampfsystem von Dragonkin: The Banished selbst präsentiert sich zunächst reduziert. Drei aktive Fähigkeiten, zwei Standardangriffe und ein Heiltrank bilden das Fundament, das schnell vertraut wirkt. Doch diese vermeintliche Einfachheit täuscht, denn die eigentliche Tiefe entfaltet sich erst durch das zentrale System des sogenannten Ahnenrasters. In diesem wabenförmigen Aufbau werden Fähigkeiten nicht nur ausgerüstet, sondern durch Modifikatoren gezielt verändert und miteinander kombiniert. Positionierung, Synergien und Wechselwirkungen spielen eine entscheidende Rolle und eröffnen ein hohes Maß an Individualisierung.


Statt klassischer Skillbäume entsteht ein dynamisches System, das zum Experimentieren einlädt und langfristig motiviert. Eine besondere Rolle nimmt dabei der Wyrmling ein – ein kleiner Drachenbegleiter, der weit mehr ist als ein unterstützendes Gimmick. Mit eigenem Talentbaum, Ausrüstung und individuellen Fähigkeiten wird er zu einem integralen Bestandteil des Builds. Seine Skills lassen sich direkt in das Ahnenraster einbinden und mit den Fähigkeiten des Spielers kombinieren. Dadurch entsteht eine zusätzliche Ebene an Komplexität, die insbesondere für erfahrene Spieler einen großen Reiz ausübt und dem Spiel ein klares Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Auch im Bereich Progression bleibt das Spiel den Genre-Wurzeln treu, erweitert diese jedoch sinnvoll. Ausrüstung wird größtenteils über Beute generiert, während Crafting – insbesondere bei Ringen – gezielt eingebunden wird. Ressourcen finden sich sowohl in der Welt als auch bei besiegten Gegnern, wodurch Erkundung und Kampf gleichermaßen belohnt werden. Ergänzt wird dieses System durch den Ausbau der eigenen Stadt. Durch spezielle Erfahrungspunkte lassen sich Händler, Werkstätten und weitere Funktionen freischalten, was eine zusätzliche Meta-Ebene schafft und für langfristige Motivation sorgt.


Inhaltlich setzt Dragonkin: The Banished auf ein konsequent düsteres Setting. Die Welt ist geprägt von Verderbnis, zerstört durch das Blut mächtiger Drachen, das ganze Regionen korrumpiert hat. Diese Atmosphäre wird durch passende visuelle Gestaltung und ein stimmiges Gegnerdesign unterstützt. Zwar bleibt die narrative Inszenierung eher im Hintergrund, überzeugt jedoch durch ihre klare Tonalität und eine angenehm konsequente Ausrichtung abseits klassischer Fantasy-Klischees.

Seine größte Stärke entfaltet das Spiel jedoch im Koop-Modus. Mit bis zu vier Spielern online und zwei Spielern im lokalen Modus wird schnell klar, dass die Systeme gezielt auf gemeinsames Spielen ausgelegt sind. Mechaniken wie Wiederbelebung und ein durchdachtes „Catch-up“-System ermöglichen es, auch mit unterschiedlichen Fortschrittsständen effektiv zusammenzuspielen. Gerade im Endgame profitieren Spieler von abgestimmten Builds und Team-Synergien, wodurch das Spiel eine zusätzliche taktische Tiefe erhält, die im Solo-Modus nur eingeschränkt zur Geltung kommt.


Technisch zeigt sich das Spiel im Vergleich zur Early-Access-Version deutlich verbessert und insgesamt stabil. Dennoch erreicht es nicht in allen Bereichen Spitzenwerte. Die Präsentation überzeugt zwar durch ihre dichte Atmosphäre, leidet jedoch stellenweise unter repetitiven Umgebungen und kleineren technischen Unsauberkeiten. Diese fallen im Gesamtbild zwar nicht gravierend ins Gewicht, verhindern aber eine noch bessere Bewertung.

Das Fazit ist bei Dragonkin: The Banished ein anspruchsvolles, systemgetriebenes Action-Rollenspiel, das sich klar an Genre-Kenner richtet. Wer Freude an komplexen Build-Systemen, langfristiger Optimierung und kooperativem Gameplay hat, findet hier ein motivierendes und eigenständiges Spielerlebnis. Gelegenheitsspieler oder Fans stark inszenierter Einzelspieler-Kampagnen könnten hingegen weniger angesprochen werden.



Fakten:

 

Genre: Action & Adventure

Erscheinungsdatum: 19. März 2026

Publisher: NACON

Entwickler: EKO Software

Spieler: 1 - 4

Altersfreigabe: ab 16 Jahre

Preis: ab 39,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, PC)


Bewertung:

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