Avatar: Frontiers of Pandora - From the Ashes DLC (PS5) im Test
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- vor 2 Stunden
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Parallel zum Kinostart von Avatar: Fire and Ash erweitert Ubisoft Massive sein Open-World-Abenteuer Avatar: Frontiers of Pandora um den eigenständigen Story-DLC „From the Ashes“. Statt die bekannte Formel einfach fortzuführen, wählt das Studio einen mutigeren Ansatz: weniger Rollenspielballast, mehr erzählerische Verdichtung – und eine Perspektive, die das Spielgefühl grundlegend verändert. Wir haben uns in die Asche Pandoras gestürzt.
Wo das Hauptspiel mit leuchtenden Dschungeln, schwebenden Bergen und spiritueller Harmonie beeindruckte, herrscht nun Zerstörung. Verkohlte Wälder, graue Aschefelder und von Rauch durchzogene Täler prägen das neue Gebiet. Diese visuelle Neuausrichtung ist mehr als nur ein kosmetischer Kniff – sie transportiert die zentrale Botschaft des DLCs: Pandora ist verwundbar.

Die Bedrohung geht diesmal nicht ausschließlich von der RDA aus. Mit dem Mangkwan-Clan treten erstmals feindliche Na’vi in den Vordergrund. Dieser erzählerische Kniff sorgt für spürbare Spannung, denn der Konflikt ist nicht länger klar in „Natur gegen Mensch“ unterteilt. Vielmehr verschwimmen die moralischen Linien. Das Ergebnis ist eine düstere, atmosphärisch dichte Kampagne, die Pandora glaubwürdig als Krisenregion inszeniert.
Im Mittelpunkt steht So-lek – kein unbeschriebenes Blatt, sondern eine Figur mit Vorgeschichte und emotionalem Ballast. Der Verlust seines Stammes hat ihn geformt, seine Motivation speist sich aus Zorn und dem Wunsch nach Vergeltung.
Diese Ausgangslage verleiht der Handlung eine persönlichere Note. Statt klassischer Heldenreise erleben wir eine Auseinandersetzung mit Trauma, Loyalität und der Frage nach Grenzen im Widerstand. Die Geschichte bleibt dabei stringenter als im Hauptspiel. Nebenmissionen treten in den Hintergrund, das Tempo ist höher, der Fokus klarer.
Mit rund 15 Stunden Spielzeit bleibt die Kampagne kompakt, fühlt sich aber in sich geschlossen und konsequent an.

Spielmechanisch vollzieht „From the Ashes“ einen bemerkenswerten Schritt: Komplexität wird zugunsten von Zugänglichkeit reduziert. Das frühere Gearscore-System entfällt, Crafting und Jagd sind deutlich entschlackt. Stattdessen kommt ein übersichtliches Fähigkeitensystem zum Einsatz, das Fortschritt klar strukturiert. Diese Entscheidung verändert den Spielfluss erheblich. Die Handlung wird nicht mehr durch langwierige Materialsuche oder Ausrüstungsoptimierung ausgebremst. Gleichzeitig geht ein Stück Rollenspiel-Tiefe verloren. Wer das Tüfteln an Werten und Builds schätzte, könnte die Vereinfachung kritisch sehen.
Dennoch bleibt Individualisierung möglich: Rüstungsteile mit Set-Boni sorgen für taktische Akzente, kosmetische Anpassungen erlauben visuelle Feinjustierung. Das System ist schlanker – aber funktional. Die wichtigste Neuerung ist die frei wählbare Third-Person-Perspektive. Was zunächst wie ein Komfort-Feature wirkt, entpuppt sich als echter Mehrwert.
Kämpfe erhalten mehr Dynamik, Bewegungsabläufe wirken geschmeidiger, und Finisher-Sequenzen gewinnen an cineastischer Wucht. Gerade in Kombination mit der düsteren Inszenierung entsteht ein Action-Adventure-Charakter, der stärker an filmische Blockbuster erinnert.

Zwar schaltet das Spiel in bestimmten Momenten zurück in die Ego-Sicht, doch insgesamt fühlt sich der Perspektivwechsel wie eine sinnvolle Evolution an – nicht wie ein bloßes Extra.
Das Gefechtssystem bleibt im Kern vertraut, wird jedoch durch den neuen „Warrior“-Modus ergänzt. Wer konstant Schaden verursacht, lädt eine Spezialleiste auf, die temporär Schadensboost, erhöhte Widerstandskraft und Bonus-EP gewährt. Diese Mechanik erzeugt intensive Spitzenmomente, insbesondere in größeren Gefechten. Die neu eingeführten Bosskämpfe gegen Mitglieder des Mangkwan-Clans sind fordernd und visuell eindrucksvoll. Allerdings mangelt es mitunter an taktischer Vielfalt – Durchhaltevermögen ersetzt gelegentlich strategische Finesse.
Finisher sehen spektakulär aus, nutzen sich jedoch nach mehrfacher Wiederholung etwas ab.
Die Kampagne überzeugt vor allem dann, wenn sie ihre Stärken bündelt: starke Inszenierung, klares Ziel, atmosphärische Schauplätze. Weniger gelungen sind Missionen, die Spieler unnötig über große Distanzen schicken oder durch unübersichtliche Levelpassagen künstlich strecken. Der Verzicht auf Koop ist bedauerlich. Während das Hauptspiel gemeinsames Erkunden erlaubte, bleibt dieser DLC ein reines Solo-Erlebnis – was angesichts der thematischen Intimität nachvollziehbar, spielerisch jedoch einschränkend ist.
Optisch bewegt sich „From the Ashes“ weiterhin auf hohem Niveau. Besonders die Darstellung von Vulkanasche, flimmernder Hitze und dichten Rauchschichten unterstreicht den düsteren Ton. Im Performance-Modus läuft das Spiel mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde, alternativ steht ein Quality-Modus mit höherer Bildschärfe bei 30 fps zur Verfügung. Kleinere grafische Unsauberkeiten treten nur sporadisch auf. Akustisch überzeugt die Erweiterung ebenfalls: Der Soundtrack fügt sich harmonisch ins Avatar-Universum ein, Umgebungsgeräusche verstärken die Immersion, und die deutsche Synchronisation bleibt auf solidem Niveau.
„From the Ashes“ ist kein bloßer Nachschlag, sondern eine in sich geschlossene Erweiterung mit eigener Tonalität. Die bewusste Reduktion spielerischer Komplexität sorgt für ein straffes, erzählerisch fokussiertes Erlebnis. Nicht jede Designentscheidung ist unumstritten, doch der DLC wirkt in seiner Ausrichtung klarer und mutiger als das Hauptspiel.
Die Third-Person-Perspektive wertet das Gesamterlebnis deutlich auf, die düstere Atmosphäre setzt neue Akzente im Franchise, und So-lek trägt die Geschichte überzeugend.
Unterm Strich liefert Ubisoft Massive ein intensives, visuell starkes Abenteuer, das weniger auf Umfang als auf Wirkung setzt – und Pandora eine Facette hinzufügt, die lange nachhallt.
Fakten:
Genre: Action & Adventure
Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2025
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Massive
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 16 Jahre
Preis: ab 39,99 Euro (PS5, Xbox Series X|S, PC)
Offizielle Website: https://www.ubisoft.com/de-de/
Bewertung:

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