ChromaGun 2: Dye Hard (Switch 2) im Test
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Nach vier Jahren Entwicklungszeit ist "ChromaGun 2: Dye Hard" endlich erschienen und bringt seine farbenfrohe Denksportformel auf Steam, Epic Games, Xbox Series X|S, PlayStation 5 und Nintendo Switch 2. Für diesen Test haben wir die Switch-2-Version unter die Lupe genommen – und schnell wird klar: Dieses Spiel will mehr sein als nur ein weiterer Genrevertreter im Schatten großer Puzzle-Klassiker.
Im Kern dreht sich alles um Farben. Zu Beginn steht dem Spieler lediglich eine Pistole zur Verfügung, die Gelb verschießt. Doch schon bald erhält man die namensgebende ChromaGun zurück – nun mit den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Von diesem Moment an beginnt das eigentliche Spiel: Farben werden kombiniert, überlagert und strategisch eingesetzt. Gelb auf Blau ergibt Grün, weitere Farbschichten führen zu Schwarz – was in bestimmten Situationen gezielt genutzt werden kann. Besonders gelungen ist die Möglichkeit, Farbe wieder von Objekten abzusaugen. Fehler sind dadurch keine Sackgassen, sondern Teil des Lösungsprozesses.

Das Leveldesign ist durchweg fair konstruiert. Es gibt keine Zeitlimits, keine hektischen Actionpassagen und keine unlösbaren Situationen. "ChromaGun 2" versteht sich als Denkspiel im besten Sinne: Wer experimentiert, findet Lösungen. Dennoch zieht der Schwierigkeitsgrad etwa ab der Spielmitte spürbar an. Rätsel verlangen zunehmend mehrstufige Gedankengänge und eine präzise Planung der Farbkombinationen. Der angenehme Einstieg weicht einer fordernden, aber selten unfairen Herausforderung.
Im Verlauf der Kampagne entfaltet das Spiel eine bemerkenswerte Vielfalt an Mechaniken. Drohnen müssen durch farbliche Markierungen auf Schalter gelotst werden, Aufzüge reagieren auf bestimmte Farbkombinationen, Farbwasserfälle verändern dauerhaft Eigenschaften von Objekten, Fallen können durch geschicktes Umlenken von Drohnen entschärft werden. Später wird es sogar offensiver: Einige Drohnen verfolgen oder attackieren den Spieler. Zwar kann man nicht sterben, doch erleidet man Schaden – ein geschickter Kniff, der Spannung erzeugt, ohne den entspannten Grundcharakter zu zerstören.

Besonders beeindruckend ist, wie organisch neue Systeme eingeführt werden. Selbst in späteren Kapiteln überrascht das Spiel mit frischen Ideen, ohne den Spieler zu überfordern. Die Mechaniken greifen sauber ineinander, nichts wirkt beliebig oder aufgepfropft. Dieses durchdachte Zusammenspiel sorgt dafür, dass man stets neugierig bleibt, welche Variante der Farbphysik als Nächstes auf einen wartet.
Inhaltlich bewegt sich "ChromaGun 2: Dye Hard" augenzwinkernd auf Meta-Ebene: Die Geschichte dreht sich um Portale und Dimensionen – eine humorvolle Anspielung auf die unvermeidlichen Vergleiche mit anderen Genregrößen. Jede Dimension bringt eine eigene visuelle Gestaltung mit sich, was für Abwechslung sorgt. Grafisch bleibt das Spiel jedoch funktional. Die Umgebungen sind abwechslungsreich, wirken technisch aber etwas nüchtern und nicht ganz auf dem Niveau aktueller AAA-Produktionen. Auf der Nintendo Switch 2 läuft das Spiel stabil und flüssig, ohne nennenswerte Performanceprobleme, was dem präzisen Gameplay zugutekommt.

Ein weiterer Bestandteil ist der allgegenwärtige Humor. Stimmen aus dem Off kommentieren das Geschehen, verspotten den Spieler und liefern sarkastische Einwürfe. Anfangs sorgt das für charmante Unterhaltung, kann jedoch in besonders kniffligen Passagen leicht überreizt wirken. Wenn man ohnehin über einem komplexen Rätsel brütet, sind spöttische Kommentare nicht immer hilfreich.
Trotz einzelner Frustmomente – meist ausgelöst durch ein übersehenes Detail oder einen nicht sofort erkannten Zwischenschritt – bleibt das Spiel insgesamt fair. Besonders motivierend sind optionale Sammelobjekte, die zusätzliche, teils deutlich anspruchsvollere Herausforderungen bieten. Ein weitläufiges Labyrinth, in dem mehrere Drohnen gleichzeitig präzise manövriert werden müssen, zählt zu den eindrucksvollsten Momenten der Kampagne und zeigt, welches kreative Potenzial im Leveldesign steckt.
Am Ende präsentiert sich "ChromaGun 2: Dye Hard" als durchweg durchdachtes First-Person-Puzzlespiel mit einer klaren Designphilosophie. Es fordert logisches Denken, belohnt Experimentierfreude und erweitert seine zentrale Farbmechanik stetig, ohne sich zu verzetteln. Technisch solide, spielerisch ideenreich und in seiner Struktur angenehm fair, richtet sich der Titel an alle, die Freude daran haben, um die Ecke zu denken. Wer anspruchsvolle, systembasierte Rätsel schätzt und sich nicht von gelegentlichen Frustmomenten abschrecken lässt, findet hier ein clever konstruiertes Puzzle-Abenteuer mit erstaunlicher Tiefe.
Fakten:
Genre: Puzzle, First-Person-Shooter, Adventure
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2026
Publisher: PM Studios
Entwickler: PM Studios
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 6 Jahre
Preis: ab 19,99 Euro (Nintendo Switch 2, PS5, Xbox Series X|S, PC)
Offizielle Website: https://www.pm-studios.com/
Bewertung:

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