Thief VR: Legacy of Shadow (PSVR2) im Test
- playmoregames

- vor 2 Tagen
- 5 Min. Lesezeit

Die Thief-Reihe hat sich über die Jahre als eine der markantesten Stealth-Erfahrungen etabliert, und mit "Thief VR: Legacy of Shadow" betritt die Serie nun das VR-Zeitalter. Die Umstellung auf virtuelle Realität stellt die Entwickler vor neue Herausforderungen, doch Maze Theory und Vertigo Games haben diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Das Ergebnis ist ein packendes Stealth-Abenteuer, das die Stärken der VR-Technologie nutzt, um das klassische Thief-Erlebnis in einem neuen Licht erscheinen zu lassen. Doch wie gut gelingt der Übergang in die virtuelle Welt? Unser Test auf der PlayStation VR2 gibt die Antwort.
Die Geschichte von "Thief VR: Legacy of Shadow" entführt die Spieler in eine mittelalterlich anmutende Stadt, die von Geheimnissen und Korruption durchzogen ist. Als talentierte Meisterdiebin begibt man sich auf einen gefährlichen Auftrag, der bald in ein größeres Netz aus Verschwörungen führt. Im Gegensatz zu früheren Thief-Titeln wird die Story hier nicht als zentrales narrative Element inszeniert. Vielmehr dient sie als Hintergrundmotiv für die verschiedenen Missionen, bei denen das Schlichen, Stehlen und Knacken von Schlössern im Vordergrund stehen. Die Handlung wirkt weniger wie ein Blockbuster und mehr wie ein Vehikel, um die klassischen Stealth-Elemente der Serie zu transportieren.

Das Design der Stadt ist bewusst kompakt gehalten, um eine konstante Intensität zu gewährleisten und gleichzeitig Motion Sickness zu vermeiden. Enge Gassen, finstere Ecken und düstere Innenräume bieten die perfekte Kulisse für Stealth-Spieler, die sich in den Schatten bewegen müssen. Besonders beeindruckend ist die VR-Umsetzung, bei der die dunklen Gassen und die komplexen Beleuchtungseffekte die Atmosphäre der Thief-Reihe mit neuer Tiefe versehen. Zwar bleibt das Level-Design insgesamt fokussiert und übersichtlich, doch die Detailtreue der Architektur sorgt für eine ansprechende und immersive Stadtumgebung.
Der vielleicht größte Vorteil von "Thief VR: Legacy of Shadow" ist die Art und Weise, wie das Spiel die Möglichkeiten der virtuellen Realität nutzt, um das Stealth-Gameplay auf ein neues Level zu heben. Jede Aktion, die der Spieler durchführt, fühlt sich direkt und haptisch an. Das Knacken von Schlössern, das Durchsuchen von Taschen oder das Manipulieren von Lichtquellen geschieht nicht nur virtuell – der Spieler muss seine Bewegungen präzise und bewusst ausführen. Dies fügt eine greifbare Dimension hinzu, die das Spiel von vielen anderen VR-Erfahrungen abhebt.

Das Stehlen und Schleichen wird durch diese Interaktivität intensiviert. Beim Öffnen eines Schlosses etwa muss der Spieler nicht nur das richtige Timing finden, sondern auch das Handgelenk präzise drehen und den Dietrich sanft führen. Das Spiel belohnt ruhige, überlegte Bewegungen, und jeder kleine Fehler – sei es ein zu schneller Griff oder ein zu lautes Geräusch – kann das gesamte Vorhaben zunichte machen. Diese Präzision ist zwar herausfordernd, sorgt aber auch für ein unvergleichliches Gefühl der Immersion und Spannung.
Die Wachen in "Thief VR: Legacy of Shadow" sind alles andere als passive Hindernisse. Sie reagieren auf Geräusche, bemerken Bewegungen im Augenwinkel und können rasch von der Patrouillenroutine auf eine aktive Suchphase umschalten. Diese dynamische Interaktion sorgt für ein ständiges Gefühl der Gefahr und zwingt den Spieler, jeden Schritt genau abzuwägen. Ein falscher Tritt, das Umstoßen eines Objekts oder das Übersehen eines Lichtstrahls kann schnell zu einem spannungsgeladenen Moment führen, in dem man in den Schatten flüchten muss, um nicht entdeckt zu werden.

Die Intelligenz der Gegner trägt dazu bei, das Stealth-Spiel stets frisch und herausfordernd zu halten. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Spieler und den Wachen bleibt spannend und verlangt von einem ständigen Überdenken der Taktik. Wer die Geduld und Präzision mitbringt, wird belohnt – wer zu voreilig ist, wird schnell auf frischer Tat ertappt. Technisch liefert "Thief VR: Legacy of Shadow" auf der PlayStation VR2 eine exzellente Leistung ab. Die visuelle Darstellung ist sowohl scharf als auch detailliert, was die düstere Atmosphäre der Stadt verstärkt.
Die Verwendung von dynamischen Licht- und Schatteneffekten trägt maßgeblich dazu bei, die Stimmung der Thief-Welt einzufangen, während die engen, verwinkelten Gassen die gefühlte Bedrohung und das Gefühl des Versteckens verstärken. Das 3D-Audio, ein weiteres technisches Highlight, spielt eine zentrale Rolle im Stealth-Erlebnis. Geräusche wie entfernte Schritte, das Flüstern von Wachen oder der Regen auf den Dächern sind nicht nur atmosphärisch, sondern auch funktional. Sie geben wertvolle Hinweise auf die Position der Wachen und ermöglichen eine räumliche Orientierung. Dieses akustische Feedback ist entscheidend, um sich im Spiel zurechtzufinden und die richtige Taktik zu entwickeln.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die durchgängig dunkle Gestaltung der Levels. Zwar unterstützt dies die Atmosphäre und das Stealth-Gameplay, doch auf lange Sicht kann die ständige Dunkelheit für einige Spieler zur Herausforderung werden – vor allem in Bezug auf die Wahrnehmung und das allgemeine Wohlbefinden. In Verbindung mit den engen Umgebungen kann dies bei empfindlicheren Spielern zu leichten Motion-Sickness-Problemen führen. Die Steuerung in "Thief VR: Legacy of Shadow" ist präzise und erfordert eine hohe Feinmotorik. Das erfordert zu Beginn eine gewisse Eingewöhnung, da man bei vielen Interaktionen präzise Bewegungen ausführen muss.
Ob beim Knacken von Schlössern, dem Manipulieren von Lichtquellen oder dem Durchsuchen von Taschen – jede Bewegung will geübt sein. Die Lernkurve ist daher steiler als in vielen anderen VR-Spielen, was für manche Spieler zu Frustration führen kann. Doch gerade diese Herausforderung macht das Spiel auch so lohnenswert. Wer sich die Zeit nimmt, die Feinheiten des Spiels zu meistern, wird mit einem intensiven Stealth-Erlebnis belohnt. Es gibt keinen Zeitdruck oder eine künstliche Bedrohung wie etwa in vielen anderen VR-Titeln. Stattdessen wird Geduld, Präzision und taktisches Denken belohnt. Wer zu schnell handelt oder zu ungeduldig wird, riskiert, entdeckt zu werden. "Thief VR: Legacy of Shadow"ist ein Spiel, das von seinem Spieler verlangt, sich Zeit zu nehmen und in den Rhythmus der Stealth-Mechaniken einzutauchen.
"Thief VR: Legacy of Shadow" ist ein beeindruckendes VR-Stealth-Spiel, das sowohl Fans der Reihe als auch neue Spieler fesseln wird. Die Entwickler haben die Stärken der klassischen Thief-Mechaniken erfolgreich in die virtuelle Realität übertragen und dabei ein Spiel erschaffen, das nicht nur visuell beeindruckt, sondern auch durch die physische Interaktivität und die präzise Steuerung überzeugt. Wer sich auf die Herausforderung einlässt, wird mit einem intensiven, immersiven Erlebnis belohnt, das in dieser Form einzigartig ist.
Das Spiel ist definitiv nicht für jedermann – die steile Lernkurve, die hohe Präzision und die geduldige Spielweise setzen ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz voraus. Wer jedoch ein geduldiger Stealth-Fan ist, wird sich in "Thief VR: Legacy of Shadow" verlieren können. Es ist ein Spiel, das Taktik, Präzision und ruhige Hände belohnt, und wer das zu schätzen weiß, erhält ein echtes Meisterwerk der virtuellen Realität.
Fakten:
Genre: VR, Action, Adventure
Erscheinungsdatum: 4. Dezember 2025
Publisher: Vertigo Games
Entwickler: Maze Theory Games Limited
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 16 Jahre
Preis: ab 29,99 Euro (PlayStation VR2, Meta Quest 2, 3 und 3S, PC VR)
Offizielle Website: https://www.thiefvr.com/
Bewertung:

© Urheberrecht PlayMoreGames. Verwendung von Text und Bildern nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors gestattet.
#VertigoGames #Trailer #Gameplay #Launch #Release #PlayStationVR2 #PSVR2 #MetaQuest #SteamVR #Review #Test #MazeTheory








Kommentare