Yakuza 0: Director’s Cut (Switch 2) im Test
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Im Jahre 2015 erschien der Titel "Yakuza 0", legte SEGA den Grundstein für den heutigen Erfolg der Reihe. Das Prequel erzählte nicht nur eine der stärksten Geschichten des Franchise, sondern diente für viele auch als erster Berührungspunkt mit Kazuma Kiryu, Goro Majima und der eigenwilligen Mischung aus kompromisslosem Gangsterdrama und bewusstem Exzess. Mit "Yakuza 0: Director’s Cut" erscheint der Titel nun auf der Nintendo Switch 2 – technisch überarbeitet, inhaltlich erweitert und erstmals vollständig lokalisiert. Die neue Version erhebt dabei einen klaren Anspruch: die definitive Fassung dieses Kultspiels zu sein.
Die Handlung führt zurück ins Japan des Jahres 1988, eine Zeit des wirtschaftlichen Überflusses, in der Geldströme ebenso explosiv sind wie die Machtkämpfe der Unterwelt. In den grell erleuchteten Straßen von Kamurocho und Sotenbori entfaltet sich eine Geschichte, die zwei Figuren ins Zentrum rückt: Kazuma Kiryu, ein junger Yakuza, der ungewollt Teil einer gefährlichen Intrige wird, und Goro Majima, dessen Weg zurück in die Organisation von psychischem Druck, Gewalt und inneren Konflikten geprägt ist.

Was "Yakuza 0: Director’s Cut" von vielen Genrevertretern abhebt, ist die Konsequenz, mit der es seine Figuren zeichnet. Die Geschichte versteht sich nicht als bloße Vorgeschichte, sondern als tragendes Fundament der gesamten Reihe. Verrat, Loyalität und persönliche Opfer stehen im Mittelpunkt, getragen von einem dichten Drehbuch, starken Dialogen und einem Inszenierungsstil, der sich bewusst an klassischen Gangsterfilmen orientiert. Der bekannte Kontrast zwischen bitterernstem Drama und absurder Überzeichnung bleibt dabei eines der prägendsten Stilmittel – und wirkt auch heute noch erstaunlich frisch.
Spielerisch setzt "Yakuza 0: Director’s Cut" weiterhin Maßstäbe innerhalb der Serie. Das Kampfsystem ist direkt, wuchtig und überraschend taktisch. Kiryu und Majima verfügen jeweils über mehrere Kampfstile, die sich nahtlos wechseln lassen und unterschiedliche Schwerpunkte setzen – von kontrollierter Präzision bis hin zu kompromissloser Gewalt. Der flexible Stilwechsel sorgt dafür, dass Kämpfe nie eindimensional wirken und sich an Spielsituation sowie Gegneranzahl anpassen lassen. Heat Actions, das visuelle Aushängeschild der Reihe, sind nicht nur effektvolle Finisher, sondern integraler Bestandteil des Kampfsystems.

Auf der Nintendo Switch 2 profitieren diese Gefechte massiv von der technischen Überarbeitung: Die stabile Bildrate von 60 fps sorgt für präzise Eingaben und eine spürbar direktere Kontrolle, selbst im Handheld-Modus. Das Spielgefühl ist damit so flüssig wie nie zuvor. Technisch setzt "Yakuza 0: Director’s Cut" auf der Nintendo Switch 2 neue Maßstäbe für den Titel. Die Performance bleibt durchgehend stabil, Ladezeiten wurden deutlich verkürzt und im Dock-Modus wird das Spiel in nativer 4K-Auflösung dargestellt. Besonders beeindruckend ist die Konstanz: Selbst in belebten Straßenszenen oder während intensiver Kämpfe kommt es zu keinerlei Einbrüchen.
Kamurocho und Sotenbori profitieren sichtbar von der höheren Auflösung und verbesserten Darstellung. Neonlichter, Innenräume und Charaktermodelle wirken schärfer und detailreicher als je zuvor. Im Handheld-Modus sind vereinzelt Pop-ins zu beobachten, etwa bei weiter entfernten Objekten – ein kleiner Makel, der angesichts der insgesamt sehr sauberen Präsentation kaum ins Gewicht fällt. Der Director’s Cut erweitert das Spiel um rund 30 Minuten neue Zwischensequenzen, die sich organisch in die bestehende Handlung einfügen. Hinzu kommt mit dem „Rotlicht-Raid“ ein neuer Online-Modus, in dem bis zu vier Spieler gemeinsam gegen Gegnerwellen antreten.
Mit insgesamt 60 spielbaren Charakteren und eigenem Fortschrittssystem bietet dieser Modus überraschend viel Umfang, auch wenn die Spielersuche nicht immer reibungslos verläuft. Ein besonders wichtiger Schritt ist die erstmals verfügbare englische Sprachausgabe sowie offizielle deutsche Untertitel. Diese Neuerungen senken die Einstiegshürde erheblich und machen den Titel zugänglicher als jemals zuvor – ein längst überfälliger Schritt für einen Titel dieser Bedeutung.
"Yakuza 0: Director’s Cut" auf der Nintendo Switch 2 ist mehr als eine bloße Neuauflage. Die Kombination aus herausragender Geschichte, starkem Kampfsystem, spürbaren technischen Verbesserungen und sinnvoll ergänzten Inhalten macht diese Version zur klaren Referenz. Kleinere Schwächen im Handheld-Modus ändern nichts daran, dass das Spiel hier seine bislang beste Form erreicht. Ob als Einstieg in die Reihe oder als erneuter Besuch eines modernen Klassikers: Wer sich für intensive Charakterdramen, kompromisslose Action und den unverwechselbaren Stil der Yakuza-Serie interessiert, kommt an dieser Version nicht vorbei. "Yakuza 0: Director’s Cut" ist ein Pflichtkauf für die Nintendo Switch 2.
Fakten:
Genre: Action, Adventure
Erscheinungsdatum: 05. Juni 2025
Publisher: SEGA
Entwickler: SEGA
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 18 Jahre
Preis: ab 49,99 Euro (Nintendo Switch 2)
Offizielle Website: https://www.sega.com/de/like-a-dragon-yakuza/yakuza-0-directors-cut
Bewertung:

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