top of page

The Rouge Prince of Persia (Switch 2) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 9 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Mit „The Rogue Prince of Persia“ schlägt Ubisoft ein völlig neues Kapitel für die traditionsreiche Reihe auf. Statt eines linearen Action-Adventures erwartet uns diesmal ein schnelles Rogue-lite mit prozeduralen Leveln, permanentem Fortschritt und wiederkehrenden Durchläufen. Ein mutiger Schritt, der vor allem Fans moderner Indie-Rogue-lites abholen will – aber auch das Erbe von Prince of Persia nicht aus den Augen verlieren darf. Ob dieser Spagat gelingt, zeigt sich bereits nach den ersten Stunden.


Die Geschichte ist schnell erzählt, erfüllt aber ihren Zweck. Das persische Reich wird von einer dunklen Macht überrannt, die Bevölkerung verschleppt oder getötet. Der junge Prinz überlebt nur knapp und wird durch eine mystische Halskette in eine Zeitschleife gezwungen. Stirbt er, erwacht er erneut in einer Oase – dem zentralen Hub des Spiels.

Diese Oase fungiert als Basislager, in dem sich nach und nach gerettete NPCs ansiedeln. Hier schaltet ihr neue Waffen frei, investiert Erfahrungspunkte in permanente Verbesserungen und bereitet euch auf den nächsten Run vor. Das Prinzip ist genretypisch, aber sauber umgesetzt: Jeder Tod bedeutet Rückschritt im aktuellen Durchlauf, aber Fortschritt auf lange Sicht. Dadurch bleibt die Motivation auch nach mehreren gescheiterten Versuchen erhalten.

Nach dem Start eines neuen Runs werdet ihr mit einer zufällig zugeteilten Waffe und einem Werkzeug ausgestattet. Zur Auswahl stehen klassische Nahkampfoptionen wie Schwerter, Äxte oder Speere, ergänzt durch Fern- oder Spezialwaffen wie Bogen, Dolche oder Kreismesser. Letztere sind durch eine Energieleiste begrenzt, was dafür sorgt, dass der Fokus klar auf dem Nahkampf bleibt.


Zusätzlich sammelt ihr im Laufe eines Runs sogenannte Artefakte. Diese passiven Boni verstärken euren Charakter etwa durch höheren Schaden, bessere Betäubungseffekte oder zusätzliche Belohnungen. Anfangs stehen nur wenige Slots zur Verfügung, weitere lassen sich jedoch freischalten. Die Kombination aus Waffen, Artefakten und prozeduralen Levels sorgt dafür, dass sich jeder Durchgang etwas anders spielt – zumindest auf dem Papier.

In der Praxis zeigt sich jedoch: Trotz zufälliger Elemente ähneln sich viele Abschnitte stärker, als man es sich wünschen würde. Gerade nach mehreren gescheiterten Bossversuchen kann sich das erneute Durchqueren ähnlicher Levelstrukturen ermüdend anfühlen.

Trotz Genrewechsel bleibt „The Rogue Prince of Persia“ seinen Wurzeln treu. Die Bewegungsfreiheit des Prinzen ist essenziell. Wandläufe, präzise Sprünge, schnelle Ausweichmanöver und flüssige Kombos sind zentraler Bestandteil des Gameplays. Hier fühlt sich das Spiel am stärksten an und erinnert stellenweise bewusst an die frühen Teile der Reihe.


Die Steuerung ist präzise, Fehler gehen fast immer auf das eigene Konto. Gerade in hektischen Kämpfen verlangt das Spiel gutes Timing und schnelle Reaktionen. Wer unbedacht agiert, wird gnadenlos bestraft – was zwar frustrierend sein kann, aber auch für ein hohes Maß an Befriedigung sorgt, wenn ein schwieriger Abschnitt gemeistert wird.

Am Ende jedes Bioms wartet ein Bosskampf, der Konzentration und Durchhaltevermögen verlangt. Bereits der erste Boss stellt eine deutliche Hürde dar und zwingt viele Spieler dazu, mehrere komplette Runs zu absolvieren, bevor der Sieg gelingt. Diese Kämpfe sind klar strukturiert, verlangen das Erkennen von Angriffsmustern und nutzen die volle Bandbreite der Bewegungsmechaniken.

Belohnungen für Nebenmissionen und Bosse sind Seelenfunken, mit denen ihr neue Waffen und Werkzeuge dauerhaft freischaltet. Diese Ressource wird selbst bei einem Tod nicht verloren, sondern automatisch in die Oase übertragen. Dadurch entsteht ein motivierender Fortschrittskreislauf: Jeder Run bringt euch dem nächsten Ziel ein Stück näher, selbst wenn er scheitert.


Optisch setzt „The Rogue Prince of Persia“ auf einen stilisierten, handgezeichneten Look, der stark von persischer Kunst inspiriert ist. Farbenfrohe Biome, flüssige Animationen und atmosphärische Effekte wie Staub, Licht und Partikel sorgen für eine lebendige Spielwelt. Technisch läuft das Spiel stabil mit 60 FPS bei einer Basisauflösung von 1440p, die im TV-Modus auf 4K hochskaliert wird.

Zwar erreicht die Grafik nicht ganz das Niveau aktueller AAA-Titel auf PS5 oder Xbox Series X, überzeugt aber durch ihren eigenständigen Stil. Besonders im Handheld-Modus wirkt das Spiel kontrastreich und sehr stimmig.Der Soundtrack kombiniert orientalische Klänge mit futuristischen Beats und passt hervorragend zum Setting. Eine vollständige Sprachausgabe fehlt jedoch, und gelegentlich etwas längere Ladezeiten unterbrechen den Spielfluss spürbar.


Positiv hervorzuheben ist die Cross-Save-Funktion über Ubisoft Connect, die es erlaubt, Fortschritte plattformübergreifend mitzunehmen. Die Steuerung profitiert zudem deutlich vom Pro Controller, der präziser und ergonomischer ist als die Joy-Cons – gerade bei längeren Sessions ein klarer Vorteil.

The Rogue Prince of Persia“ ist ein mutiger und größtenteils gelungener Neustart der Reihe. Ubisoft kombiniert die ikonische Akrobatik und das Kampfsystem des Prinzen mit modernen Rogue-lite-Elementen und schafft damit ein Spiel, das sich frisch anfühlt, ohne seine Herkunft zu verleugnen. Nicht alle Ideen sind perfekt umgesetzt, insbesondere die sich wiederholenden Levelstrukturen können bei häufigem Scheitern frustrieren. Dennoch motiviert das Spiel konstant dazu, einen weiteren Run zu starten.


Wer schnelle Kämpfe, präzise Steuerung und ein belohnendes Fortschrittssystem schätzt, findet hier einen starken Genrevertreter. Für klassische Prince-of-Persia-Fans ist es ein ungewöhnlicher, aber spannender Perspektivwechsel – für Rogue-lite-Fans nahezu ein Pflichtkauf.

 


Fakten:

 

Genre: Action, Adventure

Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2025

Publisher: Ubisoft

Entwickler: Ubisoft

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 19,99 Euro (Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch)

© Urheberrecht PlayMoreGames. Verwendung von Text und Bildern nur mit schriftlicher Geneh­migung des Autors gestattet.


Kommentare


bottom of page