God of War Sons of Sparta (PS5) im Test
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Mit "God of War Sons of Sparta" verlässt die traditionsreiche Action-Reihe ungewohnt deutlich ihre Komfortzone. Statt wuchtiger Kamera, orchestraler Dauereskalation und exzessiver Bosskämpfe setzt das Spin-off auf 2D-Pixeloptik und Metroidvania-Struktur. Das Ergebnis ist kein Schnellschuss, sondern ein bewusst entschleunigtes Abenteuer – das jedoch nicht immer den Mut hat, seine eigenen Stärken auszuspielen.
Die Rahmenerzählung zeigt einen gealterten Kratos, der seiner Tochter Calliope von früheren Erlebnissen mit Bruder Deimos berichtet. Dieser erzählerische Kniff verleiht dem Spiel eine nostalgische Grundstimmung und erlaubt einen Blick auf eine jugendlichere, weniger verbitterte Version der Figur. Allerdings bleibt die Geschichte funktional. Die Dialoge sind solide geschrieben, wirken jedoch häufig wie Pausenfüller zwischen Erkundungs- und Kampfpassagen.

Dass Zwischensequenzen nicht überspringbar sind, stört vor allem bei wiederholten Versuchen an schwierigeren Stellen. Emotional bleibt das Abenteuer hinter dem Anspruch zurück, mehr zu sein als ein nostalgischer Rückblick. Audiovisuell ist "God of War Sons of Sparta" zweifellos stark. Die liebevoll gestalteten Pixelhintergründe transportieren ein fast romantisiertes Bild des antiken Griechenlands – mit goldenen Hügellandschaften, verfallenen Tempeln und mystischen Höhlensystemen. Hier entsteht eine Atmosphäre, die überraschend authentisch wirkt und das Mythos-Thema greifbar macht.
Weniger gelungen sind die Animationen vieler Gegner. Einige Kreaturen wirken steif, ihre Bewegungen unnatürlich. Gerade in intensiveren Gefechten fällt das unangenehm auf und konterkariert den ansonsten stimmigen Gesamteindruck. Spielerisch orientiert sich das Spin-off klar an Genre-Klassikern wie Super Metroid und Castlevania: Symphony of the Night sowie modernen Vertretern wie Hollow Knight. Eine zusammenhängende 2D-Welt ersetzt klassische Levelstrukturen. Neue Fähigkeiten – etwa verbesserte Sprungtechniken oder Elementarangriffe – öffnen bislang verschlossene Areale.

Der Kern der Progression funktioniert: Rückkehr in bekannte Gebiete, neue Wege, versteckte Abkürzungen. Doch das Spiel untergräbt seinen eigenen Entdeckergeist. Missionsmarker, Schatzhinweise und häufige Updates im Quest-Log führen Spieler oft zu direkt ans Ziel. Wo Genre-Vorbilder auf Orientierungslosigkeit als Teil der Erfahrung setzen, entscheidet sich "God of War Sons of Sparta" für Komfort. Das Ergebnis ist zugänglich, aber selten spannend. Das Kampfsystem verabschiedet sich vom ikonischen Kettenchaos und setzt auf Speer, Schild und kontrolliertes Vorgehen.
Konter, Ausweichmanöver und Spezialattacken schaffen ein Fundament, das taktische Tiefe verspricht. Gegner sind robuster, kleinere Gruppen erfordern präzises Timing statt blindes Draufhauen. In der Praxis fehlt es jedoch an Feinschliff. Gegnerverhalten wirkt teilweise inkonsistent, Trefferfeedback bleibt hinter den Erwartungen zurück. Manche Kämpfe fühlen sich dadurch weniger dynamisch an, als sie es könnten. Spätere Upgrades – neue Kombos, Elementareffekte – sorgen für etwas mehr Varianz, erreichen aber nicht die Eleganz eines modernen Genre-Vertreters wie Prince of Persia: The Lost Crown.
Technisch läuft das Spiel stabil, Eingaben werden präzise umgesetzt. Die Pixelästhetik kaschiert kleinere Schwächen, offenbart aber auch Limits in Detailgrad und Animation. Plattformpassagen und kleinere Rätsel sind sauber designt, bleiben jedoch selten nachhaltig im Gedächtnis.
"God of War Sons of Sparta"ist ein respektables Spin-off, das mit Atmosphäre und Setting punktet, spielerisch jedoch nicht die Durchschlagskraft der Hauptreihe erreicht. Es ist weder ein Verrat an der Marke noch ein kreativer Befreiungsschlag – vielmehr ein solides Genre-Werk, das sich zu selten traut, konsequent eigene Akzente zu setzen. Für Fans von Retro-Metroidvanias ist es ein lohnender Ausflug nach Sparta. Wer jedoch spielmechanische Exzellenz oder mutige Innovation erwartet, findet bei der Konkurrenz stärkere Alternativen.
Fakten:
Genre: Action
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2026
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Entwickler: Mega Cat Studios, Santa Monica Studio
Spieler: 1 - 2
Altersfreigabe: ab 16 Jahre
Preis: ab 29,99 Euro (PlayStation 5)
Offizielle Website: https://blog.de.playstation.com
Bewertung:

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