top of page

Splatoon Raiders (Switch 2) in der Vorschau

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Mit Splatoon Raiders wagt Nintendo einen bemerkenswerten Schritt: Das Spin-off verlässt die vertraute Arena-Struktur von Splatoon fast vollständig und verlagert den Fokus auf ein kooperatives Action-Adventure mit Erkundungs-, Loot- und Upgrade-Systemen. Statt kurzer Matches steht nun eine deutlich stärker strukturierte Expeditionsform im Mittelpunkt – und damit eine völlig andere Interpretation des gesamten Franchises. Schon nach den ersten Eindrücken wirkt klar: Dieses Spiel ist kein Ableger im klassischen Sinne, sondern ein bewusstes Experiment mit der Identität der Marke.


Im Zentrum stehen die Spiralit-Inseln, ein weitläufiges Gebietssystem, das sich aus unterschiedlichen Biomen, Missionsarten und Gefahrenzonen zusammensetzt. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Mechanikers und schließen sich dem Surimi Syndicate an – einem Trio aus Mako, Muri und Mantaro –, um gemeinsam verborgene Schätze aufzuspüren.

Der entscheidende Unterschied zur Hauptreihe liegt im Spieltempo. Statt hektischer PvP-Runden setzt Splatoon Raiders auf längere, strukturierte Einsätze. Jede Expedition ist als abgeschlossene Missionseinheit konzipiert, in der Erkundung, Ressourcenmanagement und Kampf ineinandergreifen. Dadurch entsteht ein deutlich ruhigerer, aber strategischerer Spielfluss.

Die Inseln selbst sind nicht als offene Welt im klassischen Sinne aufgebaut, sondern als modulare Struktur verschiedener Einsatzgebiete. Dazu zählen unter anderem:

Kristall-Bohrzonen, in denen Ressourcen unter Zeit- und Gegnerdruck gesammelt werden müssen, Salmschlupfe als dynamische Kampfgebiete mit wechselnden Bedingungen, spezialisierte Anlagen mit klaren Ausrüstungsrestriktionen sowie unterirdische Dungeon-Abschnitte mit stärkerem Fokus auf Risiko und Belohnung.


Diese Struktur sorgt für klare Missionsidentität, ohne die Expeditionen repetitiv wirken zu lassen. Jede Zone setzt andere Schwerpunkte, wodurch sich das Spiel ständig neu zusammensetzt. Die Gegnervielfalt bleibt dem Splatoon-Universum treu, wird aber deutlich systematischer aufgebaut. Klassische Salmoniden fungieren als Standardbedrohung und treten häufig in Gruppen auf, die eher auf Druck als auf individuelle Stärke setzen. Boss-Salmoniden hingegen sind klar als taktische Highlights konzipiert. Sie verfügen über spezifische Angriffsmuster und belohnen präzises Vorgehen mit wertvollen Mega-Fischeiern, die als zentrale Ressourcen für den weiteren Fortschritt dienen.

Besonders hervorzuheben sind die Salzmoniden, die durch ihre harte Schutzschicht deutlich widerstandsfähiger sind und gezielte Schwachstellen ausnutzen lassen. Ergänzt wird das System durch versteckte Salmoniden-Relikte, die als langfristige Progressionsanker dienen und zusätzliche Fähigkeiten freischalten. Das Herzstück von Splatoon Raiders ist das umfassende Build-System. Über 100 Waffen stehen zur Verfügung, die nicht nur unterschiedliche Spielstile ermöglichen, sondern auch in ein Loot- und Upgrade-System eingebettet sind. Waffen werden entweder vor Missionsbeginn gewählt oder während der Expedition durch Gegnerdrops ersetzt.


Besonders seltene Varianten besitzen zusätzliche Effekte und verändern das Spielgefühl spürbar. Die eigentliche Tiefe entsteht jedoch durch die sogenannten Tintentanks, die das Grundkonzept der Ausrüstung strukturieren. Drei Varianten definieren dabei grundlegend unterschiedliche Spielansätze: Der Tempotank ist auf Geschwindigkeit und Bewegung ausgelegt und unterstützt aggressive Hit-and-Run-Strategien. Fähigkeiten wie der Sprengtreter für schnelle Richtungswechsel, der Ausknallschritt als Mobilitätsstoß oder der Rotorang als Fernwurfoption fördern ein dynamisches Spieltempo.

Der Power-Tank setzt auf direkte Konfrontation und Flächenkontrolle. Werkzeuge wie der Rase-Mäher zum Durchbrechen gegnerischer Verteidigung, die orbitierenden Splatelliten oder der Kreiselreifen für Raumkontrolle machen diesen Stil besonders kampforientiert.

Der Tricktank schließlich erweitert das Spiel um taktische und positionsbasierte Mechaniken. Der Pottposten als stationäre Verteidigungseinheit, die Plasmallons als kombinierbare Explosionsmechanik und der Laser-Liner als verbindungsbasiertes System zeigen deutlich, dass hier stärker experimentiert wird als in der Hauptreihe.


Im Gegensatz zu klassischen Splatoon-Ablegern ist der Fortschritt in Splatoon Raiders deutlich stärker RPG-artig aufgebaut. Gefundene Gimmick-Mods erlauben gezielte Optimierungen von Werten wie Schaden, Feuerrate, Wirkungsdauer oder Zusatzeffekten.

Der Basiskutter fungiert dabei als zentrale Hub-Struktur. Hier arbeitet das Surimi Syndicate aktiv mit: Mako entwickelt neue Gimmicks, Muri übernimmt Waffenmodifikationen und Recyclingprozesse, während Mantaro als Archiv für Informationen und Fortschritt dient.

Wichtig ist zudem das persistente System: Selbst nach Niederlagen bleiben Ausrüstung und gesammelte Ressourcen erhalten. Das verschiebt den Fokus weg von einzelnen Missionen hin zu langfristiger Charakterentwicklung.

Splatoon Raiders ist klar auf kooperatives Spiel ausgelegt. Bis zu vier Spieler können gemeinsam Expeditionen bestreiten – sowohl online als auch lokal. Eine zusätzliche Hilfe-Funktion ermöglicht es, temporär Unterstützung zu erhalten oder selbst in andere Spiele einzusteigen. Diese Mechanik sorgt für ein flexibles Koop-System, das sowohl spontane Sessions als auch langfristige Gruppenstrukturen unterstützt. Besonders interessant ist dabei die Kombination aus asymmetrischen Builds und gemeinsamer Zielverfolgung innerhalb der Missionen. Die unterschiedlichen Missionsarten der Spiralit-Inseln erzeugen eine klare Rhythmik zwischen Erkundung, Kampf und Vorbereitung.


Die ersten Eindrücke zeigen ein Projekt, das bewusst aus der Komfortzone der Reihe ausbricht. Statt schneller Matches setzt Nintendo auf langfristige Progression, komplexe Ausrüstungssysteme und ein stärker taktisch geprägtes Koop-Erlebnis. Ob diese Neuausrichtung langfristig trägt, hängt stark davon ab, wie gut sich die vielen Systeme im tatsächlichen Spielfluss verbinden. Das gezeigte Fundament wirkt jedoch ungewöhnlich ambitioniert und klar durchdacht. Splatoon Raiders ist kein klassischer Ableger, sondern ein bewusster Genrewechsel innerhalb der Marke. Ein Experiment zwischen Action-Adventure, Koop-RPG und dem vertrauten Ink-Universum – mit hohem Risiko, aber ebenso hohem Potenzial.



Fakten:

 

Genre: Action, Shooter

Erscheinungsdatum: 23. Juli 2026

Publisher: Nintendo

Entwickler: Nintendo

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 49,99 Euro (Nintendo Switch 2)

Offizielle Website: https://www.nintendo.com/


Einschätzung:

© Urheberrecht PlayMoreGames. Verwendung von Text und Bildern nur mit schriftlicher Geneh­migung des Autors gestattet.


Kommentare


bottom of page