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Star Fox (Switch 2) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Mit dem Star-Fox-Remake bringt Nintendo einen der beliebtesten Nintendo-64-Klassiker zurück auf die große Bühne. Fast drei Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung von Lylat Wars erhält Fox McClouds Abenteuer eine weitere Neuauflage – nach dem Nintendo-3DS-Remake nun erstmals für die Nintendo Switch 2. Statt das Erfolgsrezept grundlegend zu verändern, setzt Nintendo auf eine behutsame Modernisierung: zeitgemäße Grafik, neu inszenierte Zwischensequenzen, orchestrale Musik, neue Mehrspieler-Modi und verschiedene Komfortfunktionen sollen den Klassiker fit für eine neue Konsolengeneration machen.


An der Handlung hat Nintendo praktisch nichts verändert. Erneut übernimmt Fox McCloud die Führung des Star Fox-Teams, um den wahnsinnigen Wissenschaftler Andross aufzuhalten, dessen Eroberungsfeldzug das gesamte Lylat-System bedroht. Unterstützt wird Fox wie gewohnt von Falco Lombardi, Slippy Toad und Peppy Hare. Wer bereits eine der früheren Versionen gespielt hat, fühlt sich sofort zuhause. Die Dialoge, der Missionsaufbau und zahlreiche ikonische Momente wurden nahezu unverändert übernommen. Neu sind allerdings deutlich umfangreichere Zwischensequenzen zwischen den Missionen, die den Charakteren mehr Bildschirmzeit geben und die Beziehungen innerhalb des Teams stärker ausbauen.

Allerdings zeigt sich hier gleichzeitig eine der größten Schwächen des Remakes. Es handelt sich mittlerweile um die fünfte Neuinterpretation derselben Geschichte. Überraschungen bietet die Kampagne deshalb kaum noch. Selbst die neuen Zwischensequenzen können nur bedingt darüber hinwegtäuschen, dass Fans die Handlung inzwischen nahezu auswendig kennen. Optisch präsentiert sich das Remake ohne Zweifel als die bislang schönste Version von Star Fox. Nintendo hat sämtliche Umgebungen komplett überarbeitet. Planeten, Raumstationen und Asteroidenfelder verfügen über deutlich detailliertere Modelle und hochauflösende Texturen.


Besonders die Metallstrukturen der feindlichen Basen profitieren von der grafischen Generalüberholung. Gleichzeitig sorgen neue Lichteffekte, Partikelsysteme und wesentlich aufwendigere Explosionen für eine modernere Präsentation. Auch die Weltraumkulisse wirkt lebendiger. Wo früher oft schwarze Hintergründe dominierten, ziehen heute farbenfrohe Sternennebel und weit entfernte Galaxien vorbei. Dadurch gewinnt das gesamte Lylat-System sichtbar an Atmosphäre. Trotz aller Verbesserungen bleibt allerdings festzuhalten, dass Star Fox technisch nicht zur grafischen Spitze der Nintendo Switch 2 gehört. Die Umgebungen wurden zwar sinnvoll modernisiert, erreichen aber weder die Detailfülle noch die Größe aktueller AAA-Produktionen.

Das Remake sieht zweifellos besser aus als jede frühere Version – überwältigend wirkt die Grafik im Jahr 2026 jedoch nicht. Spielerisch hält Nintendo konsequent am Erfolgsrezept des Originals fest. Die Missionen verlaufen weiterhin auf festen Flugrouten, während Gegnerverbände ausgeschaltet, Hindernisse umflogen und spektakuläre Bosskämpfe absolviert werden. Boosts, Bremsmanöver, Fassrollen und Loopings gehören selbstverständlich erneut zum Repertoire des Arwings. Gerade diese einfache, aber hervorragend funktionierende Spielmechanik zeigt, weshalb Star Fox bis heute seinen besonderen Platz unter den Rail Shootern besitzt. Die Steuerung reagiert äußerst präzise und vermittelt jederzeit ein direktes Fluggefühl.


Sowohl mit dem Pro Controller als auch mit den Joy-Con-Controllern steuert sich der Arwing hervorragend. Unterstützt wird dies durch ein angenehm abgestimmtes HD-Rumble, das Explosionen, Treffer und Beschleunigungsmanöver spürbar verstärkt, ohne jemals aufdringlich zu wirken. Zusätzlich lassen sich weiterhin Bomben einsammeln, die größere Gegnergruppen zuverlässig ausschalten. Insgesamt fühlt sich das gesamte Gameplay erstaunlich zeitlos an und dürfte sowohl Veteranen als auch Neueinsteiger schnell überzeugen. Während unseres Tests standen sämtliche klassischen Missionen zur Verfügung. Besonders die frühen Abschnitte demonstrieren eindrucksvoll, wie sorgfältig Nintendo die Originallevels modernisiert hat.

Corneria dient erneut als Einstieg und präsentiert das grafische Upgrade besonders deutlich. Gebäude, Straßen und militärische Anlagen wirken wesentlich lebendiger als noch im Nintendo-64-Original. Meteo setzt dagegen auf schnelle Reflexe. Zwischen den dicht an dicht fliegenden Asteroiden verlangt das Spiel permanentes Ausweichen und präzises Manövrieren. Fichina überzeugt schließlich vor allem atmosphärisch. Schnee, Eisflächen und militärische Außenposten sorgen für eine angenehme Abwechslung innerhalb des Lylat-Systems. Wie schon 1997 beeinflussen versteckte Wege, gerettete Teammitglieder und optionale Missionsziele den weiteren Verlauf der Kampagne. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Routen durch das Spiel sowie mehrere Enden.


Die Charaktermodelle wurden vollständig neu erstellt und verfügen über wesentlich glaubwürdigere Animationen. Fox, Falco, Slippy und Peppy wirken dadurch deutlich lebendiger als ihre polygonalen Vorbilder auf dem Nintendo 64. Auch die umfangreicheren Zwischensequenzen tragen dazu bei, dass die Geschichte filmischer erzählt wird. Beim Sound liefert Nintendo ebenfalls überzeugende Arbeit ab. Der komplett neu orchestrierte Soundtrack verleiht den bekannten Melodien mehr Wucht und unterstreicht besonders größere Gefechte wirkungsvoll. Lediglich der sehr präsente Choreinsatz während einiger Bosskämpfe wirkt stellenweise etwas übertrieben.

Weniger gelungen präsentiert sich dagegen die englische Sprachausgabe. Technisch sauber aufgenommen, fehlt vielen Dialogen jedoch der Charme und die übertriebene Energie des Originals von 1997. Die kultigen One-Liner wirken heute deutlich zurückhaltender und verlieren dadurch einen Teil ihres nostalgischen Flairs. Erstmals teilen sich zwei Spieler einen Arwing. Während ein Spieler ausschließlich fliegt, übernimmt der zweite das Zielen und Schießen. Dieses Konzept verändert das eigentliche Gameplay zwar nicht grundlegend, sorgt aber für eine interessante Dynamik und eignet sich hervorragend für Einsteiger oder Familien.


Daneben erweitert Nintendo das Spiel um einen neuen Schlacht-Modus für bis zu acht Spieler. Hier kämpfen zwei Teams auf deutlich offener gestalteten Karten gegeneinander. Positionierung, Teamarbeit und Kommunikation spielen dabei eine wesentlich größere Rolle als in der klassischen Kampagne. Zusätzlich unterstützt das Remake zahlreiche Switch-2-Funktionen wie GameChat, GameShare und animierte Avatare, die gemeinsame Spielsitzungen angenehm ergänzen.

Das Star Fox-Remake ist genau das geworden, was viele Fans erwartet haben: eine technisch moderne Neuauflage eines nahezu zeitlosen Nintendo-Klassikers. Grafik, Sound und Präsentation wurden sinnvoll modernisiert, ohne den Charakter des Originals zu verändern. Das Fluggefühl überzeugt auch fast 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung noch immer und gehört weiterhin zu den größten Stärken des Spiels. Dennoch bleibt ein gewisser Beigeschmack. Spielerisch bietet das Remake nur wenige echte Neuerungen. Die Kampagne ist nach wie vor sehr kurz, die Geschichte wurde inzwischen mehrfach erzählt und Besitzer der Nintendo-64- oder 3DS-Version erleben nur selten echte Überraschungen. Die neuen Mehrspieler-Modi sorgen zwar für zusätzliche Motivation, können den insgesamt konservativen Ansatz aber nicht vollständig kaschieren. Für Neueinsteiger ist Star Fox Remake ein hervorragend spielbarer Arcade-Shooter mit hohem Wiederspielwert und einer gelungenen Präsentation. Veteranen erhalten die bislang beste Version des Klassikers – sollten jedoch genau überlegen, ob ihnen die technischen Verbesserungen und die neuen Modi den Vollpreis wert sind.



Fakten:

 

Genre: Shooter

Erscheinungsdatum: 25. Juni 2026

Publisher: Nintendo

Entwickler: Nintendo

Spieler: 1 - 8

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 59,99 Euro (Nintendo Switch 2)

Offizielle Website: https://www.nintendo.de


Einschätzung:

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