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RUSHING BEAT X: Return Of Brawl Brothers (Switch 2) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • 6. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Mit Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers kehrt eine traditionsreiche Beat-’em-up-Reihe zurück, deren Wurzeln bis in die 16-Bit-Ära reichen. Was im Westen einst unter Titeln wie Rival Turf! oder Brawl Brothers bekannt war, wird hier konsequent unter seinem ursprünglichen Seriennamen fortgeführt. Die große Frage: Reicht diese Neuinterpretation, um im modernen Umfeld zu bestehen – oder bleibt sie ein nostalgisches Relikt?


Das Fundament ist vertraut: lineare Level, Wellen von Gegnern und ein Kampfsystem, das auf Timing, Positionierung und Crowd Control setzt. Doch statt bloß alte Mechaniken zu reproduzieren, erweitert das Spiel die Formel gezielt. Das Kampfsystem ist zugänglich gestaltet – Auto-Kombos ermöglichen einen schnellen Einstieg –, entfaltet aber erst mit zunehmender Spieldauer seine Tiefe. Unterschiedliche Würfe je nach Richtungseingabe, das gezielte Unterbrechen eigener Aktionen durch Sprinten oder Springen sowie der Einsatz von Umgebungselementen sorgen für taktische Nuancen. Besonders das Jonglieren von Gegnern und das Positionieren im Raum erinnern an Genre-Größen, ohne sie schlicht zu kopieren.

Die zentrale Progressionsmechanik bildet die sogenannte Zorn-Anzeige. Sie belohnt offensives wie defensives Spiel gleichermaßen und mündet im „Rage Burst“, einer temporären Verstärkungsphase mit deutlich erhöhtem Schadenspotenzial. Das daraus resultierende Risikomanagement – Angriffslust versus Vorsicht – verleiht den Kämpfen zusätzliche Dynamik. So solide sich das Spiel allein spielt, seine eigentliche Stärke entfaltet es im Koop-Modus. Hier greifen die Systeme ineinander: koordinierte Angriffe, bewusstes Ressourcenmanagement und das Timing von Spezialfähigkeiten erzeugen ein spürbar anderes Spielgefühl.


Die Interaktion zwischen zwei Spielern wirkt dabei nie aufgesetzt, sondern integraler Bestandteil des Designs. Gemeinsame Kombos, das gegenseitige Absichern und auch gelegentliche Fehlwürfe sorgen für jene Mischung aus Kontrolle und Chaos, die das Genre seit Arcade-Zeiten prägt. Im Vergleich dazu erscheint der Einzelspielermodus funktional, aber weniger lebendig. Die Kampagne gliedert sich in mehrere abwechslungsreiche Abschnitte – von urbanen Schauplätzen bis hin zu technisch geprägten Arealen. Ergänzt wird das Ganze durch optionale Nebenmissionen und freischaltbare Charaktere, die für zusätzliche Motivation sorgen.

Eine der ungewöhnlicheren Ergänzungen ist das Nahrungssystem: An bestimmten Kontrollpunkten lassen sich verschiedene Items zu Mahlzeiten kombinieren, die nicht nur heilen, sondern auch temporäre Effekte verleihen. Diese Mechanik bringt eine leichte strategische Ebene ins Spiel, ohne den Spielfluss zu bremsen. Dass Nahrung zudem mitgeführt werden kann, fügt ein rudimentäres Ressourcenmanagement hinzu, das in diesem Genre eher selten ist.


Optisch orientiert sich das Spiel klar an seinen Wurzeln, interpretiert diese jedoch zeitgemäß. Die Figuren behalten ihre bewusst überzeichnete, fast schon „klobige“ Ästhetik, profitieren aber von flüssigen Animationen und präzisem Feedback. Treffer wirken wuchtig, Effekte sind klar lesbar – ein entscheidender Faktor für die Spielbarkeit. Die Umgebungen sind detailreich genug, um Atmosphäre zu erzeugen, ohne vom Geschehen abzulenken. Technisch zeigt sich das Spiel stabil: konstante Frameraten und kurze Ladezeiten sorgen für ein durchgehend reaktionsschnelles Erlebnis.

Der Soundtrack unterstützt das Geschehen mit energiegeladenen Tracks, bleibt jedoch hinter den ikonischen Kompositionen früher Genreklassiker zurück. Er erfüllt seinen Zweck, ohne sich nachhaltig einzuprägen. Trotz vieler gelungener Ansätze bleibt das Spiel nicht frei von Schwächen. Vor allem im späteren Verlauf macht sich eine gewisse Monotonie bemerkbar. Gegnertypen und Situationen wiederholen sich häufiger, als es dem Spielfluss guttun würde.


Auch das Tempo schwankt: Manche Abschnitte ziehen sich unnötig, während andere abrupt enden. Diese Unausgewogenheit verhindert, dass sich ein durchgehend gleichmäßiger Spannungsbogen entwickelt.

Rushing Beat X: Return of Brawl Brothers ist keine Revolution, aber eine überzeugende Rückkehr einer klassischen Serie. Es gelingt dem Titel, die Essenz klassischer Beat-’em-ups zu bewahren und gleichzeitig behutsam zu modernisieren. Besonders im Koop-Modus entfaltet das Spiel eine Dynamik, die den Kern des Genres perfekt einfängt.

Wer mit den alten Teilen aufgewachsen ist, findet hier eine respektvolle Weiterentwicklung. Neueinsteiger erhalten einen zugänglichen Einstieg mit ausreichend Tiefe, um langfristig zu motivieren.



Fakten:

 

Genre: Action, Arcade

Erscheinungsdatum: 19. März 2026

Publisher: Clear River Games

Entwickler: City Connection

Spieler: 1 - 2

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 19,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2, PC)


Bewertung:

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