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RIDE 6 (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Mit dem sechsten Teil seiner Motorradrennspiel-Reihe beweist Milestone, dass kontinuierliche Weiterentwicklung nachhaltiger sein kann als spektakuläre Neuanfänge. "RIDE 6" ist keine Revolution, sondern das Resultat jahrelanger Feinarbeit – technisch modernisiert, spielerisch geschärft und strukturell neu gedacht. Das Ziel bleibt klar definiert: eine glaubwürdige Motorradsimulation, die zugleich zugänglich genug ist, um neue Zielgruppen nicht auszuschließen.


Der sichtbarste Fortschritt zeigt sich im technischen Fundament. Erstmals setzt die Serie auf die Unreal Engine 5 – und profitiert davon deutlich. Strecken wirken plastischer, Motorräder detaillierter modelliert, Oberflächen reagieren realistischer auf Licht und Wetter. nsbesondere Regenrennen und Abendveranstaltungen entfalten eine dichte Atmosphäre, wenn Scheinwerferkegel durch Gischt schneiden und nasser Asphalt das Renngeschehen spiegelnd begleitet.

Zwar bleibt die Inszenierung in einzelnen Randbereichen – etwa bei Publikum oder Umgebungsbelebung – noch hinter Genre-Primus-Niveau zurück, doch im direkten Vergleich zu RIDE 5 wirkt "RIDE 6" spürbar moderner und lebendiger. In spielerischer Hinsicht verfolgt Milestone einen klar inklusiven Ansatz. Eine ausführlich konzipierte Fahrschule führt Neulinge systematisch an die Besonderheiten des Motorradrennsports heran. Ein virtueller Coach vermittelt Grundlagen wie korrektes Anbremsen, saubere Linienwahl oder kontrolliertes Herausbeschleunigen. Das wirkt mitunter beinahe lehrbuchhaft, erfüllt jedoch seinen Zweck: Die Einstiegshürde sinkt, ohne die Komplexität des Fahrmodells zu verwässern.


Denn im Kern bleibt "RIDE 6" anspruchsvoll. Der Arcade-Modus bietet ein vereinfachtes Handling mit höherer Fehlertoleranz und richtet sich an Gelegenheitsspieler oder Einsteiger. Im Pro-Modus hingegen offenbart das Spiel seine ganze Tiefe: Präzision bei Gasannahme und Bremspunkt, sauberes Einlenken sowie das konsequente Treffen des Scheitelpunkts entscheiden über Sieg oder Niederlage. Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, zahlreiche Parameter individuell anzupassen. Das Spiel erlaubt eine fein abgestufte Personalisierung des Schwierigkeitsgrades – ein kluger Schritt, der unterschiedliche Spielertypen gleichermaßen berücksichtigt.

Seine größte Stärke entfaltet "RIDE 6" auf der Strecke. Die sieben Fahrzeugklassen unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch fahrdynamisch deutlich voneinander. Schwere Tourer verlangen vorausschauendes Bremsen und diszipliniertes Handling, da ihr Gewicht Fehlentscheidungen unmittelbar bestraft. Leichte Motards hingegen leben von Wendigkeit und einem flüssigen Rhythmus durch enge Passagen. Diese klare Charakteristik der Maschinen sorgt für Abwechslung und verhindert spielerische Monotonie. Unterstützt wird das Fahrgefühl durch verbesserte Animationen und differenzierte Feedback-Effekte, die die mechanische Arbeit unter dem Fahrer glaubwürdig vermitteln.


Weniger überzeugend präsentiert sich die KI. Computergegner agieren häufig kompromisslos und suchen konsequent die Ideallinie – auch auf Kosten des Spielers. Während eigene Regelverstöße mit Zeitstrafen geahndet werden, wirken manche KI-Manöver übermäßig aggressiv. Hier fehlt es stellenweise an Balance und sportlicher Fairness.

Strukturell schlägt "RIDE 6" einen moderneren Ton an. Die Karriere ist in ein Festival-Setting eingebettet, das atmosphärisch entfernt an Titel wie Forza Horizon 5 erinnert, jedoch ohne offene Spielwelt auskommt. Musik, Eventcharakter und visuelle Inszenierung sollen Dynamik und Szenegefühl vermitteln. Nicht jede stilistische Entscheidung wirkt vollkommen organisch, doch insgesamt gewinnt die Serie deutlich an Identität und Präsentationsstärke.

Inhaltlich zeigt sich das Paket beeindruckend umfangreich: Über 250 Motorräder, 45 Strecken und Locations, sieben Klassen sowie mehr als 160 Events verteilen sich auf 22 Karrierebereiche. Das Fortschrittssystem basiert auf einem Sternemodell mit Haupt- und Nebenzielen, wodurch nicht nur Rennsiege, sondern auch fahrerisches Können belohnt werden. Die Eventstruktur bleibt flexibel – kurze Wettbewerbe wechseln sich mit längeren Veranstaltungen ab, Fahrzeugwechsel oder gezieltes Tuning eröffnen alternative Lösungswege bei anspruchsvollen Herausforderungen. Diese durchdachte Progression sorgt für Langzeitmotivation jenseits der 30-Stunden-Marke.


Unterm Strich präsentiert sich "RIDE 6" als der bislang ausgereifteste Teil der Reihe. Die technische Modernisierung, das präzisere Fahrgefühl und die motivierende Karrieregestaltung greifen stimmig ineinander. Kleinere Schwächen bei KI-Balance und Inszenierungsdetails verhindern zwar den ganz großen Wurf, ändern jedoch nichts am positiven Gesamtbild. "RIDE 6" ist kein lauter Neustart – sondern ein selbstbewusster, technisch fundierter und spielerisch überzeugender Entwicklungsschritt. Für Serienkenner ist es der bislang beste Teil, für Neueinsteiger der ideale Zeitpunkt, in die Welt der virtuellen Superbikes einzusteigen.



Fakten:

 

Genre: Rennspiel

Erscheinungsdatum: 12. Januar 2026

Publisher: Milestone

Entwickler: Milestone

Spieler: 1 - 12

Altersfreigabe: ab 0 Jahre

Preis: ab 49,99 Euro (PS5, Xbox Series X|S, PC)


Bewertung:

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