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RENNSPORT (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 1 Stunde
  • 3 Min. Lesezeit

Mit RENNSPORT schicken Nacon und Competition Company eine ambitionierte Rennsimulation ins Rennen, die sich klar an eine wettbewerbsorientierte Zielgruppe richtet. Der Fokus liegt auf Realismus, sauberer Fahrphysik und einem plattformübergreifenden Ansatz, der PC- und Konsolenspieler zusammenbringt. Der Anspruch ist hoch – und in einigen Bereichen wird er bereits beeindruckend eingelöst, während andere noch deutlich hinterherhinken.


Der erste Eindruck ist vielversprechend: Fahrzeuge und Strecken wirken dank moderner Technologien wie Photogrammetrie und offizieller Lizenzen authentisch und glaubwürdig. Hersteller wie Porsche, Audi oder Hyundai sorgen für Wiedererkennungswert, während Traditionsstrecken wie der Nürburgring oder Fuji Speedway präzise nachgebildet wurden. Gerade im Cockpit entfaltet sich eine hohe Detailtiefe, die den Anspruch einer ernstzunehmenden Simulation unterstreicht.

Seine größte Stärke offenbart RENNSPORT jedoch auf der Strecke. Die Fahrphysik gehört klar zu den Highlights des Spiels. Fahrzeuge fühlen sich nachvollziehbar und differenziert an: Gewicht verlagert sich spürbar, Grip baut sich glaubwürdig auf und ab, und auch Grenzbereiche bleiben kontrollierbar. Besonders mit Lenkrad entsteht ein Fahrgefühl, das sowohl präzise als auch intuitiv ist. GT3-Fahrzeuge überzeugen mit sauber dosierbarem Übersteuern und stabiler Kurvenlage, während Hypercars ihre aerodynamischen Vorteile spürbar ausspielen. Bemerkenswert ist zudem, wie gut sich das Spiel auch mit Controller steuern lässt – ein Bereich, in dem viele Simulationen traditionell schwächeln.


Visuell zeigt sich das Spiel in Bestform, wenn Technik und Design zusammenspielen. Fahrzeuge profitieren von hochwertigen Shadern, klaren Reflexionen und stimmiger Beleuchtung. Auf modernen Strecken mit guter Ausleuchtung entsteht eine klare, gut lesbare Darstellung, die gerade bei hohen Geschwindigkeiten essenziell ist. Hier zeigt sich, dass RENNSPORT gezielt auf E-Sport-Tauglichkeit ausgelegt wurde: Übersicht und Präzision stehen im Vordergrund. Doch dieser starke Eindruck bekommt Risse, sobald man den Fokus erweitert. Abseits der Ideallinie treten technische Schwächen zutage. Vegetation und Streckendetails laden sichtbar nach, Texturen erscheinen teils verzögert und die Umgebungsqualität schwankt.

Solche Unsauberkeiten mögen im Stand kaum auffallen, wirken bei Rennspeed jedoch störend und untergraben die ansonsten gelungene Immersion. Ein noch größeres Problem stellt die KI dar. Zwar bewegen sich die computergesteuerten Fahrer grundsätzlich schnell und kompetent über die Strecke, doch im direkten Duell fehlt es an Feingefühl. Überaggressive Verteidigung, verspätete Reaktionen und eine hohe Kollisionsanfälligkeit führen regelmäßig zu chaotischen Situationen. Statt sauberer Zweikämpfe entstehen unnötige Rempler, die eher an unkontrolliertes Gerangel erinnern als an präzisen Motorsport – ein klarer Widerspruch zum Simulationsanspruch.


Inhaltlich bietet RENNSPORT eine funktionale, aber noch nicht vollständig überzeugende Basis. Verschiedene Modi wie Zeitfahren, Einzelrennen, Meisterschaften und ein umfangreicher Multiplayer sorgen für Abwechslung, wobei insbesondere das konsequent umgesetzte Crossplay hervorsticht. Plattformübergreifender Fortschritt und gemeinsame Server stärken die Community und machen das Spiel langfristig interessant. Ergänzt wird das Ganze durch eine App, die Statistiken, Events und Ranglisten verwaltet und das Erlebnis sinnvoll erweitert.

RENNSPORT überzeugt dort, wo es am wichtigsten ist: auf der Strecke. Die Fahrphysik ist stark, zugänglich und dennoch anspruchsvoll – eine Kombination, die im Simracing-Bereich selten so gut gelingt. Gleichzeitig verhindern technische Schwächen, eine unausgereifte KI und ein noch begrenzter Umfang den Sprung in die Topliga. Aktuell ist RENNSPORT weniger ein fertiges Spitzenprodukt als vielmehr eine vielversprechende Grundlage. Wenn die Entwickler die vorhandenen Baustellen konsequent angehen, hat das Spiel das Potenzial, sich langfristig als feste Größe im virtuellen Motorsport zu etablieren.



Fakten:

 

Genre: Rennspiel

Erscheinungsdatum: 13.11.2025

Publisher: NACON

Entwickler: Competition Company & Teyon

Spieler: 1 - 24

Altersfreigabe: ab 0 Jahre

Preis: ab 59,99 Euro (PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC)

Offizielle Website: https://www.nacongaming.com/


Bewertung:

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