John Carpenter’s Toxic Commando (PS5) im Test
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- vor 22 Stunden
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Mit John Carpenter’s Toxic Commando schicken Saber Interactive und Focus Entertainment einen kompromisslosen Horde-Shooter ins Rennen, der sich stilistisch tief im Action- und Horror-Kino der 1980er-Jahre verwurzelt sieht. Unter dem kreativen Einfluss von John Carpenter entsteht ein Spiel, das weniger durch narrative Tiefe als vielmehr durch Atmosphäre, Tempo und kooperative Dynamik überzeugen will – und das gelingt über weite Strecken eindrucksvoll.
Die Handlung ist funktional, aber passend inszeniert: Ein fehlgeschlagenes Energieexperiment katapultiert die Welt in eine groteske Apokalypse, bevölkert von mutierten Kreaturen und Untoten. Anstatt elitärer Spezialeinheiten wird ein zusammengewürfeltes Söldnerteam ins Feld geschickt – eine Prämisse, die bewusst mit Genreklischees spielt.

Dabei versteht es das Spiel, seine Inspirationsquellen nicht nur zu zitieren, sondern stilistisch zu verinnerlichen. Überzeichnete Figuren, pointierte Dialoge und ein konsequent durchgezogenes Retro-Flair sorgen für eine stimmige Präsentation. Die Story bleibt dabei stets im Hintergrund, fungiert aber als effektiver Rahmen für das eigentliche Kernerlebnis: kompromisslose Action.
Im Zentrum steht der kooperative Vier-Spieler-Modus, der durch plattformübergreifendes Spielen angenehm zugänglich ist. In weitläufigen, halboffenen Arealen erfüllen Teams Missionsziele, während sie sich gegen stetig anwachsende Gegnerwellen behaupten müssen. Die Parallelen zu Genrevertretern wie Left 4 Dead oder World War Z: Aftermath sind unverkennbar, doch John Carpenter’s Toxic Commando erweitert die bekannte Formel um eigene Akzente. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Fahrzeuge. Sie fungieren nicht bloß als Transportmittel, sondern eröffnen zusätzliche taktische Optionen – vom gezielten Durchbrechen feindlicher Linien bis hin zur mobilen Unterstützung im Gefecht. Diese Mechanik verleiht dem Spielfluss eine willkommene Dynamik und sorgt für abwechslungsreiche Spielsituationen.

Das Klassensystem ergänzt das Geschehen sinnvoll, indem es unterschiedliche Spielstile ermöglicht und Teamkoordination belohnt. Allerdings zeigen sich hier noch kleinere Schwächen: Das Balancing wirkt stellenweise unausgereift, und auch das Ressourcenmanagement könnte präziser abgestimmt sein. Technologisch setzt der Titel auf die bewährte Swarm Engine von Saber, die bereits in früheren Projekten ihre Stärken ausspielen konnte. Entsprechend imposant fallen die Gegnerhorden aus, die sich dynamisch und bedrohlich über die Spielareale ergießen.
Visuell überzeugt das Spiel mit detailreichen Umgebungen, stimmungsvollen Lichteffekten und einer insgesamt dichten Atmosphäre. Besonders Explosionen und Partikeleffekte tragen zur intensiven Inszenierung bei. Allerdings wird dieser positive Eindruck durch technische Unsauberkeiten relativiert. Insbesondere unter hoher Last kommt es zu Performance-Schwankungen, die den Spielfluss spürbar beeinträchtigen können. Hier besteht klarer Nachbesserungsbedarf.
Ein herausragendes Element ist das Sounddesign. Druckvolle Waffeneffekte, markante Gegnergeräusche und ein prägnanter Synthesizer-Soundtrack formen ein akustisches Gesamtbild, das die Spielwelt wirkungsvoll trägt. Der Einfluss von John Carpenter ist dabei nicht nur hörbar, sondern prägt die gesamte klangliche Identität des Spiels. Die Verbindung aus Retro-Sound und moderner Produktion verstärkt die Immersion und unterstreicht den eigenständigen Charakter des Titels.
John Carpenter’s Toxic Commando präsentiert sich als bewusst überzeichnetes Koop-Erlebnis, das seine Stärken vor allem im Zusammenspiel entfaltet. Die Mischung aus intensiver Action, kooperativer Spieltiefe und markanter 80er-Jahre-Ästhetik sorgt für ein eigenständiges Profil innerhalb des Genres. Technische Schwächen und kleinere spielmechanische Unausgewogenheiten verhindern zwar den Sprung in die Spitzenklasse, schmälern den Spielspaß jedoch nur bedingt. Wer Freude an kooperativen Horde-Shootern hat und ein Faible für stilisierten Retro-Horror mitbringt, findet hier ein unterhaltsames und charakterstarkes Gesamtpaket.
Fakten:
Genre: Action & Adventure, Shooter
Erscheinungsdatum: 12. März 2026
Publisher: Focus Home Interactive
Entwickler: Saber Interactive
Spieler: 1 - 4
Altersfreigabe: ab 18 Jahre
Preis: ab 39,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, PC)
Offizielle Website: https://saber.games/
Bewertung:

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