Disciples: Domination (PS5) im Test
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Mit Disciples: Domination kehrt eine der ältesten Dark-Fantasy-Strategiereihen zurück und liefert ein finales Kapitel für die Welt von Nevendaar. Entwickelt vom französischen Studio Artefacts und veröffentlicht von Kalypso Media, verbindet der neueste Teil klassische rundenbasierte Strategie mit moderner Präsentation, anspruchsvollem Gameplay und tiefgehender Fantasy-Atmosphäre. Die Frage ist, ob Domination den hohen Erwartungen gerecht wird – und die Antwort fällt überraschend positiv aus.
Die Handlung von Disciples: Domination setzt etwa 15 Jahre nach den Ereignissen von Disciples: Liberation an. Spieler:innen übernehmen die Kontrolle über Avyanna, die einst Nevendaar vom Bösen befreite und nun als Königin regiert. Die Ruhe in ihrer Festung Yllian währt jedoch nicht lange: Dunkle Mächte kehren zurück, und Avyanna muss sich erneut ins Gefecht stürzen, unterstützt von treuen Gefolgsleuten und den Bergzwergen.

Die Story verwebt klassische Fantasy-Themen wie Intrigen, magische Artefakte und epische Konflikte zwischen fünf Fraktionen: Imperium, Elfen, Legionen der Verdammten, Untote Horden und Bergclans. Jede Fraktion besitzt eigene Einheiten und Regionen, die im Verlauf der Kampagne erkundet werden müssen. Die Handlung entwickelt sich dabei solide und düster, ohne große Überraschungen, belohnt aber strategisches Spiel und die Interaktion mit den unterschiedlichen Fraktionen.
Das Herzstück von Domination ist die rundenbasierte Strategie, gepaart mit klassischem Ressourcen- und Burgmanagement. Spieler:innen errichten Gebäude in der Burg Yllian, rekrutieren Truppen, erforschen Technologien und verwalten Ressourcen wie Gold, Holz, Eisen und den magischen Arkanflux. Jede Entscheidung wirkt sich langfristig auf den Kampagnenverlauf aus: Investiert man in die Burg oder in die Armee? Jede Wahl verlangt strategisches Denken. Avyanna kann zu Beginn eine von vier Klassen wählen: Kriegsherrin, Beherrscherin der Urgewalten, Heilige Regentin oder Hexenkönigin.

Jede Klasse bringt einen eigenen Fähigkeitenbaum mit, der sich bei Levelaufstiegen erweitern lässt. Wer möchte, kann die Klasse später gegen Gold wechseln und den Skillbaum zurücksetzen – ein flexibles System, das unterschiedliche Spielstile unterstützt. Die rundenbasierten Kämpfe finden auf sechseckigen Schlachtfeldern statt. Jede Seite hat bis zu neun Einheiten, ergänzt durch eine zweite Reihe für Spezialfähigkeiten. Jede Einheit verfügt über Aktionspunkte für Bewegung und Angriff. Die Positionierung, die Nutzung von Synergien zwischen Einheiten und der gezielte Einsatz von Zaubern sind entscheidend. Schon auf normalem Schwierigkeitsgrad verlangen die Kämpfe durchdachtes Vorgehen, ohne frustrierend zu wirken. Für erfahrene Strategen sind sie eine willkommene Herausforderung.
Optisch setzt Domination auf eine moderne isometrische 3D-Perspektive. Truppen, Gebäude und Landschaften sind klar differenziert, die düstere Fantasy-Atmosphäre wird hervorragend transportiert. Auf modernen Systemen sind Auflösungen bis 3840×2160 möglich. Trotz der grafischen Modernisierung bleibt die Übersichtlichkeit erhalten – Spieler:innen verlieren nie den strategischen Überblick, was besonders in komplexen Gefechten entscheidend ist. Animationen der Einheiten wirken gelegentlich starr, stören den Spielfluss aber nicht.

Die Kampagne beginnt in der Zwergenmine von Cragwell. Spieler:innen navigieren Avyanna in Echtzeit über die Karte, sammeln Ressourcen, lösen Quests und treffen auf Gegner, deren Begegnung automatisch in rundenbasierte Kämpfe übergeht. Verletzte Einheiten bleiben verwundet – langfristige Planung ist entscheidend. Außerhalb der Schlachten verwalten Spieler:innen Avyanna, rüsten Einheiten aus, wählen Zaubersprüche und planen den Ausbau der Burg.
Das Zusammenspiel aus Kampagne, Basenmanagement und taktischen Kämpfen sorgt für eine ständige Balance zwischen strategischem Denken und kurzfristigem Taktieren. Die Kampagne ist umfangreich, erfordert Planung und belohnt sorgfältiges Vorgehen. Vier voreingestellte Schwierigkeitsgrade und ein individuell konfigurierbarer Modus sorgen für passende Herausforderungen für Anfänger und Veteranen gleichermaßen. Die akustische Untermalung ist solide: düstere Fantasy-Scores, passende Soundeffekte und stimmige Charakterstimmen tragen zur Atmosphäre bei, ohne ikonische Momente zu liefern. Sie unterstützt die Spannung und das strategische Denken, bleibt aber dezent im Hintergrund, sodass der Fokus auf den Kämpfen liegt.
Disciples: Domination ist ein tolles strategisches Spiel für erfahrene Zocker geworden. Es verbindet tiefgehende rundenbasierte Kämpfe, kluges Ressourcenmanagement und klassische Fantasy-Atmosphäre mit moderner Präsentation. Die Kampagne ist umfangreich, taktisch fordernd und belohnt sorgfältige Planung. Neueinsteiger könnten an der Komplexität scheitern, während Fans der Serie und Strategiefans voll auf ihre Kosten kommen.
Fakten:
Genre: Strategiespiel
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2026
Publisher: Kalypso Media
Entwickler: Artefacts Studio
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 12 Jahre
Preis: ab 49,99 Euro (PS5, Xbox Series X|S, PC)
Offizielle Website: https://www.kalypsomedia.com/
Bewertung:

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