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Cthulhu: The Cosmic Abyss (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Mit Cthulhu: The Cosmic Abyss versuchen Nacon und Big Bad Wolf Studio, ein erzählerisch getriebenes Horror-Erlebnis zu schaffen, das sich weniger über Schockmomente als über Atmosphäre, psychologischen Druck und investigative Tiefe definiert. Inspiriert von den Werken von H. P. Lovecraft, setzt das Spiel auf eine dichte, unangenehme Grundstimmung – und trifft damit in vielen Momenten genau den richtigen Ton, auch wenn es sich technisch immer wieder selbst ausbremst.


Die Geschichte führt in eine nahe Zukunft, in der Ressourcenknappheit und Umweltkatastrophen die Menschheit dazu zwingen, den Meeresboden auszubeuten. In dieser angespannten Welt übernimmt man die Rolle von Noah, einem Ermittler für okkulte Vorfälle, der das Verschwinden einer Bergbaucrew in einer Tiefseestation untersuchen soll. Was zunächst wie ein klassischer Vermisstenfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einer beklemmenden Reise in den Wahnsinn. Die Station ist verwüstet, Hinweise deuten auf eskalierende Gewalt und geistigen Verfall hin, und schon bald wird klar, dass hier Kräfte am Werk sind, die sich rational nicht erklären lassen.

Im Zentrum der Erfahrung steht schließlich die legendäre Stadt R’lyeh – die Gefängnisstätte von Cthulhu. Ihre Darstellung gehört zu den größten Stärken des Spiels. Statt klarer Strukturen erwartet die Spielenden eine Architektur, die sich jeder Logik entzieht: verschobene Perspektiven, unmögliche Formen und ein konstantes Gefühl der Orientierungslosigkeit. Diese Umgebung ist nicht nur Kulisse, sondern aktiver Bestandteil des Horrors, da sie gezielt Verunsicherung erzeugt und den psychologischen Druck erhöht. Begegnungen mit Kreaturen wie dem Shoggoth verstärken diese Wirkung zusätzlich, ohne dabei auf platte Schockeffekte zu setzen.


Unterstützt wird das Ganze von einem starken Sounddesign. Die Musik – unter Mitwirkung von Tina Guo – fungiert weniger als Hintergrundbegleitung, sondern vielmehr als emotionaler Verstärker. Tiefe, drängende Klänge und subtile Spannungsbögen sorgen dafür, dass sich die Bedrohung permanent präsent anfühlt und der Abstieg in den Wahnsinn auch akustisch nachvollziehbar wird. Spielerisch setzt das Studio auf eine Mischung aus klassischem Adventure-Gameplay und modernen Entscheidungssystemen.

Statt Kämpfen stehen Analyse, Erkundung und Schlussfolgerung im Vordergrund. Mithilfe von Werkzeugen wie einer Analysefunktion und einem Sonar werden Hinweise aufgespürt, Zusammenhänge erkannt und neue Wege erschlossen. Ergänzt wird das Ganze durch ein Ressourcenmanagement, bei dem vor allem der Umgang mit Energie eine wichtige Rolle spielt. Eng damit verknüpft ist ein Korruptionssystem, das den mentalen Zustand der Hauptfigur widerspiegelt. Jede Entscheidung und jede Interaktion mit dem Unbekannten kann diesen Zustand beeinflussen und sich auf den weiteren Verlauf der Geschichte auswirken.


Diese Systeme sorgen grundsätzlich für eine interessante Dynamik, erreichen aber nicht immer die gewünschte Tiefe. Vor allem das Sonar, das eine zentrale Rolle spielt, wird im Spielverlauf sehr häufig eingesetzt und verliert dadurch etwas an Wirkung. Auch das Tempo ist nicht immer optimal ausbalanciert: Die bewusst langsame Erzählweise trägt zwar zur Atmosphäre bei, führt aber stellenweise zu Längen. Das größte Problem liegt jedoch klar auf technischer Seite. Die Performance ist spürbar instabil, mit teils deutlichen Framerate-Einbrüchen – insbesondere bei der Nutzung zentraler Gameplay-Mechaniken.

Dazu kommen zahlreiche Bugs und Glitches, die von kleineren Ungereimtheiten bis hin zu spielstörenden Fehlern reichen. Verschwundene Objekte, fehlerhafte Interaktionen oder blockierte Wege treten häufig genug auf, um den Spielfluss merklich zu stören. Zwar lassen sich viele dieser Probleme durch Neustarts beheben, doch hinterlassen sie insgesamt den Eindruck eines unfertigen Produkts.


Trotz dieser Schwächen gelingt es Cthulhu: The Cosmic Abyss, eine dichte und eindringliche Atmosphäre aufzubauen, die besonders Fans von kosmischem Horror ansprechen dürfte. Das Spiel überzeugt vor allem durch sein Setting, sein Sounddesign und seinen konsequenten Fokus auf psychologischen Horror statt auf Action. Gleichzeitig verhindern technische Mängel und kleinere spielerische Unausgewogenheiten, dass das volle Potenzial ausgeschöpft wird.

Cthulhu: The Cosmic Abyss bleibt ein faszinierendes, aber unausgereiftes Erlebnis. Ein Spiel, das mit seiner Stimmung und seiner Welt begeistert, aber durch seine technischen Probleme immer wieder ausbremst. Wer bereit ist, diese Schwächen in Kauf zu nehmen, bekommt ein intensives und ungewöhnliches Horror-Abenteuer – alle anderen sollten möglicherweise auf zukünftige Verbesserungen warten.



Fakten:

 

Genre: Action & Adventure

Erscheinungsdatum: 16. April 2026

Publisher: NACON

Entwickler: Big Bad Wolf

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 18 Jahre

Preis: ab 49,99 Euro (Playstation 5, Xbox Series X|S, PC)

Offizielle Website: https://www.nacongaming.com/


Bewertung:

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