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Sonic Racing: CrossWorlds (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Mit "Sonic Racing: CrossWorlds" schickt SEGA den nächsten Ableger seiner traditionsreichen Fun-Racer-Reihe ins Rennen – und macht dabei keinen Hehl daraus, dass man den Platzhirsch des Genres ins Visier nimmt. Zwar erfindet auch dieser Teil das Kart-Racer-Prinzip nicht neu, doch die Entwickler kombinieren bewährte Mechaniken mit frischen Ideen und einem enormen Umfang. Das Ergebnis ist ein überraschend tiefgehendes, variables und ausgesprochen spaßiges Rennspiel, das sich selbstbewusst neben der Konkurrenz positioniert.


Im Kern bleibt "Sonic Racing: CrossWorlds" seiner Serie treu: Spieler treten mit bekannten Figuren aus dem Sonic-Universum in verschiedenen Rennmodi gegeneinander an, um Grand Prix für sich zu entscheiden. Neben Sonic, Tails, Knuckles und Co. dürfen später auch prominente Gastcharaktere wie Hatsune Miku, Pac-Man, Joker (Persona 5) oder sogar Alex und Steve aus Minecraft ans Steuer – vorausgesetzt, sie werden per Update oder DLC freigeschaltet.Während sich die Charaktere spielerisch kaum unterscheiden, liegt der eigentliche Tiefgang bei den Fahrzeugen.

Statt generischer Karts setzt SEGA auf ein umfassendes Baukastensystem. Reifen, Front, Heck und weitere Komponenten lassen sich frei kombinieren und beeinflussen Werte wie Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung, Handling oder Stabilität. Insgesamt stehen 45 verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung, die in vier Klassen unterteilt sind: Tempo, Beschleunigung, Handling und Stärke. Eine Besonderheit stellen die Hoverboards dar, die Fans noch aus Sonic Riders kennen und als einzige den zusätzlichen Wert „Turbo“ besitzen.Neue Bauteile werden durch das Absolvieren von Rennen oder mithilfe gesammelter Tickets freigeschaltet. Diese dienen gleichzeitig als Währung für kosmetische Inhalte wie Sticker und Decals, mit denen sich der eigene Bolide weiter individualisieren lässt.


Positiv fällt zudem die Musikauswahl auf: Spieler dürfen selbst bestimmen, welcher Track während eines Rennens läuft – ein kleines, aber willkommenes Komfortfeature.Das Herzstück von "Sonic Racing: CrossWorlds" sind selbstverständlich die Rennen selbst – und davon gibt es reichlich. Neben den klassischen Grand-Prix-Wettbewerben bietet der sogenannte „Rennpark“ sechs alternative Spielmodi. Hier geht es etwa darum, möglichst viele Ringe einzusammeln oder Gegner gezielt mit Items zu treffen. Zusätzlich lassen sich eigene Rennen mit individuellen Regeln erstellen, etwa mit extrem starker KI oder ausschließlich Turbo-Gegenständen. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.Wer es traditioneller mag, wählt den Grand-Prix-Modus. Zwölf Fahrer treten dabei über mehrere Rennen hinweg gegeneinander an.

Vor dem Start entscheidet man sich für eine von zunächst drei, später fünf Geschwindigkeitsstufen, die gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad definieren. Die Progression ist gut austariert und sorgt dafür, dass auch erfahrene Spieler langfristig gefordert bleiben. Eine interessante Ergänzung ist das Rivalensystem: Zu Beginn eines Grand Prix wird ein zufälliger Gegner bestimmt, der als direkter Kontrahent fungiert und für zusätzliche Motivation sorgt. Ebenfalls vor dem Rennen wählt man eine sogenannte Gadget-Tafel. Diese verleiht dem Fahrzeug spezielle Boni, etwa größere Raketen oder zusätzliche Item-Slots. Jede Tafel bietet Platz für bis zu sechs Gadgets, wobei stärkere Effekte mehrere Felder belegen.


Kritik gibt es an dieser Stelle jedoch an der Benutzerführung: Die Gadgets lassen sich ausschließlich im Hauptmenü anpassen, nicht aber direkt vor einem Rennen. Das wirkt unnötig umständlich und unterbricht den Spielfluss – ein Detail, das mit einem einfachen Quality-of-Life-Update behoben werden könnte.Ein Grand Prix besteht aus vier Rennen, wobei das Finale eine besondere Rolle einnimmt. Hier verschmelzen alle zuvor gefahrenen Strecken zu einem dynamischen Mash-up, das sich mit jeder Runde verändert. Genau dieses Feature gibt dem Spiel seinen Untertitel CrossWorlds. Generell gilt: Kaum ein Rennen fühlt sich wie das andere an. Nach jeder Runde – mit Ausnahme der ersten – ändert sich die Strecke, wobei der aktuell Führende bestimmt, welches Streckensegment als Nächstes folgt.Spieler sammeln unterwegs Items, um ihre Gegner auszubremsen oder sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Ein zentrales Element bleibt jedoch das Driften. Dieses hebt die Sonic Racing-Reihe traditionell von anderen Kart-Racern ab und ist auch hier essenziell. Allerdings fällt es spürbar anspruchsvoller aus als bei Genre-Konkurrenten wie Mario Kart. Die Einstiegshürde ist entsprechend höher, belohnt geübte Fahrer aber mit einem deutlich dynamischeren Fahrgefühl.Optisch präsentieren sich die Strecken bunt, schnell und effektgeladen – teilweise fast schon überladen. Boost-Felder, Effekte und Animationen fordern die Aufmerksamkeit der Spieler permanent. Hinzu kommt der bekannte Rubberband-Effekt, durch den insbesondere der eigene Rivale oft erstaunlich hartnäckig an der Spitze bleibt. Das kann frustrieren, sorgt aber auch für spannungsgeladene Zieleinläufe, die nicht selten erst in der letzten Kurve entschieden werden.


"Sonic Racing: CrossWorlds" ist ein überraschend umfangreicher und durchdachter Kart-Racer, der sich hinter keinem Genrevertreter verstecken muss. Die Mischung aus hoher Individualisierung, abwechslungsreichen Rennmodi und dynamischen Strecken sorgt für langfristige Motivation. Zwar verlangt das anspruchsvollere Drift-System etwas Übung und kleinere Komfortschwächen trüben den Gesamteindruck minimal, doch der Spielspaß bleibt davon weitgehend unberührt. Auch Spieler, die mit Sonic und seinem Universum bislang wenig anfangen konnten, dürften hier auf ihre Kosten kommen. "Sonic Racing: CrossWorlds" hat das Potenzial, sich dauerhaft unter den besten Kart-Racern zu etablieren – und SEGA ist dem Genrethron so nah wie lange nicht mehr.



Fakten:

 

Genre: Rennspiel

Erscheinungsdatum: 25. September 2025

Publisher: SEGA

Entwickler: SEGA

Spieler: 1 - 4

Altersfreigabe: ab 12 Jahre

Preis: ab 39,99 Euro (PS5, Xbox Series, PlayStation 4, Xbox One, PC, Nintendo Switch, Steam, Nintendo Switch 2)


Bewertung:

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