Donkey Kong Bananza (Switch 2) im Test
- playmoregames

- 20. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit

Mit „Donkey Kong Bananza“ meldet sich Nintendo mit einem der traditionsreichsten Charaktere der eigenen Geschichte zurück, setzt dabei aber nicht allein auf Nostalgie. Stattdessen kombiniert das neue Abenteuer vertraute Plattformkost mit überraschend modernen Ideen, allen voran einer Spielwelt, die sich nahezu vollständig zerlegen lässt. Gemeinsam mit einer jungen Pauline zieht Donkey Kong los, um eine aus den Fugen geratene Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen – und hinterlässt dabei nicht selten eine Spur aus Trümmern.
Auslöser der Reise ist der Diebstahl der Banandium-Gems, seltener, bananenförmiger Kristalle, die für Energie, Wohlstand und Stabilität im Dschungel sorgen. Ihr Verschwinden stürzt die Region ins Chaos und gibt den erzählerischen Rahmen für eine Reise durch unterschiedliche, stark vertikal aufgebaute Areale vor. Dichte Urwälder, steile Felslandschaften und weitläufige Minensysteme greifen nahtlos ineinander und vermitteln das Gefühl einer zusammenhängenden Welt, die mehr in die Höhe als in die Breite wächst. Ständig wechseln wir zwischen hohen Plattformen, engen Schluchten und verborgenen Ebenen unter der Oberfläche.

Unter Serienfans sorgt Bananza bereits jetzt für Diskussionen, da Pauline hier deutlich jünger dargestellt wird, während Cranky Kong bereits eine aktive Rolle einnimmt. Ob es sich um ein Prequel, eine alternative Zeitlinie oder schlicht eine freie Neuinterpretation handelt, lässt Nintendo offen. Für das Spielerlebnis selbst ist diese Frage allerdings zweitrangig – vielmehr verleiht sie der Geschichte eine gewisse Eigenständigkeit, ohne den Spielfluss zu beeinträchtigen.
Der größte Star des Spiels ist ohnehin die Spielwelt selbst. „Donkey Kong Bananza“ erlaubt es uns, nahezu jede Umgebung aktiv zu verändern. Felswände zerbrechen unter Schlägen, Holz splittert sichtbar, Pflanzen geben nach oder werden einfach aus dem Weg geräumt. Diese Zerstörung ist kein Selbstzweck, sondern integraler Bestandteil des Leveldesigns. Neue Wege entstehen, geheime Kammern werden freigelegt und Rätsel lassen sich auf mehrere Arten lösen. Das Spiel belohnt Neugier und Experimentierfreude konsequent.
Schon früh wird deutlich, wie stark diese Mechanik trägt. Ein eigentlich kurzer Abschnitt in einer Mine kann problemlos zur halbstündigen Erkundungstour werden, wenn man beginnt, jede Wand infrage zu stellen. „Donkey Kong Bananza“ lässt uns diese Freiheit bewusst und zwingt uns selten auf einen einzigen Lösungsweg. Stattdessen entsteht ein angenehmes Gefühl von Kontrolle und Kreativität.

Trotz aller Neuerungen bleibt das Spiel klar im Genre des klassischen 3D-Plattformers verwurzelt. Sprünge fühlen sich präzise an, Kletterpassagen sind übersichtlich gestaltet und Gegnerbegegnungen fair austariert. Ergänzt wird das Gameplay durch tierische Verwandlungen, die jeweils klar definierte Fähigkeiten mitbringen. Als Strauß erreichen wir höher gelegene Bereiche, als Zebra überwinden wir lange Distanzen mit Tempo. Diese Transformationen sind sinnvoll dosiert und erweitern das Gameplay, ohne es unnötig zu verkomplizieren.
Visuell überzeugt „Donkey Kong Bananza“ mit einer sehr stimmigen Präsentation. Jede Region besitzt eine eigene Farbpalette und Atmosphäre, vom leuchtenden Grün der Dschungel bis zu den warmen, erdigen Tönen der Minen. Die Beleuchtung setzt gezielt Akzente und hilft bei der Orientierung, selbst in komplexen Arealen. Besonders gelungen ist die Detailverliebtheit: bröckelnde Steine, sich biegende Pflanzen und glaubwürdige Materialeffekte vermitteln das Gefühl, tatsächlich Einfluss auf die Welt zu nehmen.
Auch akustisch bewegt sich das Spiel auf hohem Niveau.

Der Soundtrack verbindet bekannte Melodien der Serie mit neuen Stücken und passt sich dynamisch dem Spielgeschehen an. Ruhige Erkundungsphasen werden von entspannten Rhythmen begleitet, während actionreiche Momente musikalisch deutlich anziehen. Die Soundeffekte sind klar und wuchtig, ohne je überladen zu wirken, und unterstützen die Orientierung im Raum spürbar.
Im Koop-Modus lässt sich das Abenteuer lokal oder online gemeinsam bestreiten. Die Zusammenarbeit funktioniert gut, da sich Aufgaben sinnvoll aufteilen lassen und viele Situationen von zwei Spielenden profitieren. In besonders zerstörungsintensiven Momenten zeigt die Technik allerdings leichte Schwächen. Kurzzeitige Framerate-Einbrüche oder unglückliche Kamerawinkel kommen vor, bleiben aber selten gravierend genug, um den Spielfluss nachhaltig zu stören.
Insgesamt gelingt „Donkey Kong Bananza“ der Spagat zwischen Tradition und Innovation überraschend gut. Das Spiel fühlt sich unverkennbar nach Donkey Kong an, erweitert die bekannte Formel jedoch um eine Spielwelt, die zur aktiven Gestaltung einlädt. Die kreative Nutzung von Zerstörung, das vertikale Leveldesign und die saubere spielerische Umsetzung sorgen für ein frisches Erlebnis, das sich dennoch vertraut anfühlt. Kleine technische Schwächen fallen angesichts der spielerischen Qualität kaum ins Gewicht. „Donkey Kong Bananza“ ist ein eigenständiger, mutiger Serienableger, der zeigt, dass Nintendo auch mit altbekannten Figuren noch neue Wege gehen kann.
Fakten:
Genre: Action, Platformer
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2025
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 6 Jahre
Preis: ab 49,99 Euro (Nintendo Switch 2)
Offizielle Website: https://www.nintendo.com/de-de/
Bewertung:

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