Sonic X Shadow Generations (Switch 2) im Test
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Mit "Sonic X Shadow Generations" wagt SEGA einen Spagat, der selten gelingt: Die Neuauflage eines beliebten Klassikers trifft auf eine inhaltlich wie technisch moderne Erweiterung, die weit mehr ist als bloßes Bonusmaterial. Was 2011 als Jubiläumstitel begann, wird 2024 zu einem Doppelpaket, dessen zwei Hälften unterschiedlicher kaum sein könnten – und gerade deshalb funktionieren.
"Sonic Generations" bleibt auch in der überarbeiteten Fassung ein Paradebeispiel für das hybride Sonic-Design aus klassischem 2D-Gameplay und modernem Boost-System. Das hohe Grundtempo, die abwechslungsreiche Levelarchitektur und der gezielte Einsatz ikonischer Spielwelten sorgen nach wie vor für ein motivierendes Spielerlebnis. Besonders Veteranen der Serie profitieren von der konsequent eingesetzten Nostalgie, ohne dass sich das Spiel dabei alt anfühlt.

Der Aufbau der Levels ist klar strukturiert und erlaubt sowohl schnelle Durchläufe als auch gezieltes Erkunden. Sammelobjekte wie rote Ringe und Chao sind sinnvoll integriert und schalten zusätzliche Inhalte frei, wodurch auch abseits der Hauptpfade ein Anreiz zum Wiederholen entsteht. Erzählerisch bleibt der Sonic-Part allerdings erwartungsgemäß zurückhaltend. Die Geschichte dient in erster Linie als Rahmen, bietet wenig Tiefe und wird trotz solider, deutsch vertonter Zwischensequenzen nie zum zentralen Element. Zudem zeigen sich vereinzelt spielerische Unsauberkeiten, die den ansonsten guten Spielfluss leicht trüben.
Der eigentliche Mehrwert von "Sonic X Shadow Generations" liegt jedoch in der neuen Shadow-Kampagne. Was offiziell als zusätzlicher Modus vermarktet wird, entpuppt sich schnell als eigenständiges Spiel mit klarer kreativer Vision. Technisch wie spielerisch hebt sich dieser Teil deutlich vom Sonic-Grundspiel ab und wirkt durchweg moderner.
Shadow spielt sich spürbar anders als Sonic. Seine Fähigkeiten erweitern das bekannte Hochgeschwindigkeits-Gameplay um taktische Elemente.

Die Chaos-Kontrolle erlaubt das gezielte Verlangsamen der Zeit und verschafft dem Spieler in kritischen Momenten die nötige Übersicht. Die sogenannten Doom-Kräfte eröffnen darüber hinaus neue Bewegungs- und Interaktionsmöglichkeiten: Gegner lassen sich manipulieren, Objekte aus der Distanz aktivieren oder ganze Areale auf alternative Weise durchqueren. Dadurch entsteht ein deutlich variableres Leveldesign mit optionalen Routen und clever platzierten Abkürzungen.
Die Mechaniken greifen präzise ineinander und sorgen für ein Gameplay, das gleichermaßen schnell wie kontrolliert bleibt. Besonders positiv fällt auf, dass neue Ideen nicht nur optisch beeindrucken, sondern spielerisch konsequent umgesetzt werden. Auch strukturell zeigt sich "Shadow Generations" weiterentwickelt. Die offenen Areale, die an das Konzept von Sonic Frontiers erinnern, wurden kompakter und übersichtlicher gestaltet. Statt leerer Flächen erwarten den Spieler klar definierte Herausforderungen, Plattform-Sequenzen und Sammelaufgaben.

Die Kämpfe sind weniger frustrierend, der Spielfluss insgesamt deutlich harmonischer. Das Ergebnis ist eine Spielwelt, die zum Erkunden motiviert, ohne den Spieler auszubremsen.
Narrativ erreicht "Shadow Generations" einen neuen Höhepunkt für die Serie. Das von Ian Flynn verfasste Skript beleuchtet Shadows Vergangenheit und seine inneren Konflikte wesentlich differenzierter als frühere Auftritte. Die Beziehung zu Maria und Gerald Robotnik sowie der Einfluss von Black Doom werden sinnvoll miteinander verknüpft und verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Damit erhält Shadow endlich die erzählerische Bühne, die seinem Charakter gerecht wird.
Kleinere Schwächen bleiben jedoch nicht aus. Einige 2D-Abschnitte wirken angesichts von Shadows Fähigkeiten fehlplatziert und unterbrechen gelegentlich den Spielfluss. Die Nebenmissionen fallen im Vergleich zum Originalspiel jedoch deutlich strukturierter und abwechslungsreicher aus. Technisch profitiert das Spiel sichtbar von der neuen Hardware. Sonic Generations läuft auf der Nintendo Switch 2 mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde und deutlich geschärfter Darstellung.

"Shadow Generations" bietet wahlweise einen Qualitätsmodus mit höherer Auflösung bei 30 fps oder einen Performance-Modus mit verdoppelter Bildrate. Im Docked-Modus überzeugt die Präsentation durchgehend, im Handheld-Betrieb muss man leichte Abstriche bei der Bildschärfe hinnehmen. Der Soundtrack zählt weiterhin zu den großen Stärken des Pakets. Beide Kampagnen liefern energiegeladene Musikstücke, darunter zahlreiche hochwertige Neuinterpretationen klassischer Sonic- und Shadow-Themen.
Inhaltlich bietet "Sonic X Shadow Generations" ein solides Gesamtpaket. Beide Kampagnen benötigen jeweils rund fünf bis sechs Stunden bis zum Abspann, mit erheblichem Mehrwert für Komplettisten. Negativ fällt hingegen auf, dass Besitzer der Switch-1-Version keine Upgrade-Möglichkeit erhalten. Angesichts der teilweise moderaten Verbesserungen dürfte das nicht bei allen Fans auf Verständnis stoßen.
"Sonic X Shadow Generations" ist mehr als ein reines Remaster. Während Sonic Generations seine bekannten Stärken souverän ausspielt, setzt "Shadow Generations" inhaltlich wie spielerisch neue Akzente und entwickelt die Serie spürbar weiter. Als Jubiläumstitel verbindet das Spiel erfolgreich Vergangenheit und Zukunft – und zeigt, dass SEGA die Sonic-Reihe wieder mit klarer Richtung vorantreibt.
Fakten:
Genre: Action, Adventure
Erscheinungsdatum: 05. Juni 2025
Publisher: SEGA
Entwickler: SEGA
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 12 Jahre
Preis: ab 49,99 Euro (Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC, Nintendo Switch, PS4)
Offizielle Website: https://www.sega.com/de/sonic-the-hedgehog/sonic-x-shadow-generations
Bewertung:

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