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Routine (Xbox Series X) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • 10. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Kaum ein Indie-Horrorspiel hat eine so bewegte Entwicklungsgeschichte wie „Routine“. Bereits 2012 angekündigt, danach jahrelang verschwunden, mehrfach neu gestartet und schließlich beinahe aufgegeben – das Debüt von Lunar Software galt schon als moderne Gaming-Legende. Erst nachdem Publisher Raw Fury 2020 einstieg und der Wechsel auf die Unreal Engine 5 erfolgte, bekam das Projekt neuen Schwung. Nun ist „Routine“ endlich auch auf Xbox spielbar – und liefert ein kurzes, aber intensiv atmosphärisches Sci-Fi-Horrorevent.


In „Routine“ übernehmen wir die Rolle eines Technikers, der eine scheinbar harmlose Routinekontrolle auf einer verlassenen Mondbasis durchführen soll. Doch schon nach wenigen Minuten wird klar, dass auf der Station etwas gewaltig schiefgelaufen ist. Die Mischung aus 80er-Jahre-Sci-Fi, Metallkorridoren, neonflackernden Gängen und einem Touch Cold-War-Ästhetik erzeugt eine einzigartige Stimmung.

Alles wirkt funktional, industriell und zugleich beunruhigend ausgestorben – als wäre die Crew in größter Panik geflohen oder hätte nicht einmal Zeit dafür gehabt. Die Story entfaltet ihre stärksten Momente über Logs, Audiomitschnitte und Umgebungsdetails. Gerade das Ende gewinnt an emotionaler Schlagkraft, wenn man sich mit diesen optionalen Informationen beschäftigt. Ohne sie bleibt es solide, mit ihnen dagegen richtig packend.


Routine ist ein reines First-Person-Erlebnis, das auf langsame Erkundung und ununterbrochene Spannung setzt. Die Mondstation besteht aus engen Schächten, Kontrollräumen und Wartungszonen, die ein beklemmendes Gefühl von Isolation erzeugen. Herzstück des Gameplays ist das Cosmonaut Assistance Tool (C.A.T.), ein multifunktionales Gerät. Damit könnt ihr Türen entriegeln, wichtige Energieverteiler manipulieren oder auch hilfreiche Systeme scannen.

Zudem könnt ihr die fiesen Roboter kurzzeitig betäubten oder direkt an Sicherheitsmechanismen umgehen, um besser zu überleben. Der Ansatz erinnert deutlich an Werkzeuge aus Dead Space: kein klassischer Shooter, sondern ein technisches Gerät, das kreative Interaktionen erlaubt. Dadurch entsteht Abwechslung, weil das C.A.T. in jeder Situation anders genutzt werden muss.


Die Robotergegner sorgen zu Beginn für starke Horror-Momente. Ihr Design ist hochwertig, die Bedrohung wirkt real, und jedes Vorbeischleichen an einem inaktiven Modell baut Spannung auf. Mit der Zeit verliert das Katz-und-Maus-Spiel an Schrecken. Die Roboter folgen relativ simplen KI-Routinen, was sich spätestens nach mehreren Wiederholungen zeigt. Begegnungen laufen immer gleich ab: entdeckt werden, fliehen, verstecken, warten, weitermachen. Auf Dauer wird das eher mühsam als furchteinflößend.

Auch neue Gegnertypen ändern am Ablauf wenig – verschenkte Chancen, die das Erlebnis abwechslungsreicher hätten gestalten können. Ein echtes Highlight sind die Rätsel. Sie basieren nicht auf kryptischem Rätsel-Design, sondern auf gesundem Menschenverstand. Nichts wirkt künstlich aufgebläht oder in die Länge gezogen. Die Aufgaben fördern die Immersion und passen hervorragend zum Setting einer technisch gealterten Mondbasis.

Die Xbox-Version profitiert sichtbar von der Unreal Engine 5.


Das Spiel ist kein grafisches Meisterwerk, aber ein stimmiges Gesamtpaket mit hervorragendem Art-Design. Der Sound verdient besonderes Lob. Knacken von Metall, entfernte Schritte, summende Maschinen und perfekt platzierte Musik machen selbst ruhige Passagen nervenaufreibend. Auf Kopfhörern ist „Routine“ ein Genuss.

Mit rund fünf Stunden Spielzeit ist „Routine“ ein kurzes Abenteuer. Doch der Titel zieht sich nie unnötig in die Länge und fühlt sich eher nach einer dichten Horror-Miniserie als nach einem halbgaren Walking-Simulator an. Wer Atmosphäre über Spieltiefe stellt, wird sehr gut unterhalten.


Routine“ ist kein Spiel für Jedermann, jedoch ist ein spezielles und interessantes Spiel geworden für die unterschiedlichen Plattformen. Die Handlung macht Freude und auch der Sound hört zu den Highlights des Spiels. Jedoch bei der Technik wäre einfach mehr drin gewesen. Die simplen Gegnerbegegnungen und die unglückliche Controller-Steuerung trüben das Erlebnis, doch sie zerstören es nicht. Fans von Alien Isolation, SOMA oder Dead Space könnten hier ein kleines, stimmungsvolles Horrorjuwel entdecken.



Fakten:

 

Genre: Action & Adventure

Erscheinungsdatum: 04. Dezember 2025

Publisher: Raw Fury

Entwickler: Lunar Software

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 18 Jahre

Preis: ab 24,99 Euro (Xbox Series X|S, Xbox One. Xbox Game Pass, PC)

Offizielle Website: https://rawfury.com/

 

Bewertung:

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