Resident Evil: Requiem (PS5) in der Vorschau
- playmoregames

- 18. Feb.
- 4 Min. Lesezeit

Mit Resident Evil Requiem steht einer der wichtigsten Serienteile der vergangenen Jahre bevor. Wenn Capcom den Titel am 27. Februar 2026 veröffentlicht, feiert die Reihe nicht nur ihren mittlerweile elften großen Ableger, sondern zugleich ihr 30-jähriges Jubiläum. Entsprechend hoch sind die Erwartungen: Requiem soll die Serie technisch auf ein neues Niveau heben und gleichzeitig wieder stärker zu den erzählerischen Wurzeln des Survival-Horrors zurückfinden.
Die Geschichte schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft der Reihe. Im Mittelpunkt stehen zwei spielbare Figuren, deren Handlungsstränge sich im Verlauf der Kampagne immer wieder kreuzen: der Serienveteran Leon S. Kennedy und die neue Protagonistin Grace Ashcroft. Während Leon seit vielen Jahren zu den bekanntesten Gesichtern der Reihe gehört, ist Grace ein neues Gesicht im Resident-Evil-Universum. Sie arbeitet als technische Analystin beim FBI und ist die Tochter von Alyssa Ashcroft, die Fans bereits aus Resident Evil Outbreak kennen.

Grace gerät in eine Untersuchung rund um eine mysteriöse Mordserie, die sich in einem abgelegenen Hotel ereignet hat. Was zunächst wie ein isolierter Fall wirkt, entwickelt sich schnell zu einer deutlich größeren Bedrohung. Die Ermittlungen führen sie nicht nur in die dunkle Vergangenheit ihrer eigenen Familie, sondern auch zu den Ruinen von Raccoon City – jenem Ort, der seit den frühen Teilen der Reihe als Symbol für den Ursprung der Bioterror-Katastrophe gilt.
Parallel dazu folgt Leon einer ganz anderen Spur. Seine Mission führt ihn auf die Fährte des ehemaligen Umbrella-Wissenschaftlers Victor Gideon. Laut Capcom soll dieser Handlungsstrang einige offene Fragen zwischen Resident Evil 6 und den neueren Serienteilen beantworten. Obwohl Requiem offiziell als neunter Hauptteil gilt, reiht es sich – unter Einbeziehung wichtiger Ableger wie Resident Evil Code: Veronica und Resident Evil Zero – faktisch als elftes großes Kapitel der Reihe ein.

Spielerisch verfolgt Capcom einen Ansatz, der bewusst mit Kontrasten arbeitet. Die Entwickler beschreiben das Szenario als eine Mischung aus klaustrophobischem Hotel-Horror und spektakulärer Actioninszenierung. Anders als in früheren Teilen wird die Geschichte jedoch nicht in getrennten Kampagnen erzählt. Stattdessen wechselt das Spiel im Verlauf der Handlung immer wieder zwischen Leon und Grace. Dadurch ergeben sich zwei deutlich unterschiedliche Spielstile, die sich gegenseitig ergänzen.
Leons Abschnitte orientieren sich stärker an den actionreicheren Episoden der Reihe, insbesondere an Resident Evil 4 bis Resident Evil 6. Der erfahrene Agent ist bestens ausgebildet und kann es problemlos mit größeren Gegnergruppen aufnehmen. Neben seinem bekannten Roundhouse-Kick nutzt er neue Ausrüstung, darunter eine kompakte Survival-Axt, die sein klassisches Messer ersetzt. Zudem kann er Waffen aufheben, die Gegner fallen lassen – selbst Kettensägen lassen sich im Notfall gegen die Infizierten einsetzen. Trotz der ernsteren Tonlage bleibt Leon seinem trockenen Humor treu und kommentiert viele Situationen weiterhin mit seinen typischen One-Linern.

Ganz anders spielt sich Grace. Als Analystin ohne militärische Ausbildung ist sie deutlich verletzlicher und muss häufig auf Stealth, Beobachtung und cleveres Ressourcenmanagement setzen. In der bisher gezeigten Demo wird sie von einer hartnäckigen Monsterfigur verfolgt, die viele Beobachter an die besonders verstörende Kreatur aus Resident Evil Village erinnert. Capcom beschreibt Grace selbst augenzwinkernd als den „größten Angsthasen der Seriengeschichte“. Dieses Charaktermerkmal wird sogar spielmechanisch umgesetzt: Ein spezielles Angstsystem sorgt dafür, dass ihre Atmung unter Stress schneller und unkontrollierter wird, was das präzise Zielen deutlich erschwert.
Trotz ihrer defensiven Ausrichtung verfügt Grace über ungewöhnliche Möglichkeiten, sich zu verteidigen. Sie kann das Blut besiegter Gegner sammeln und über ein kleines Minispiel zu Injektoren verarbeiten. Diese erlauben es ihr, Feinde lautlos auszuschalten oder taktische Vorteile im Kampf zu gewinnen. Eine der interessantesten Neuerungen betrifft die Kameraperspektive. Spieler können jederzeit zwischen der klassischen Third-Person-Ansicht und der Ego-Perspektive wechseln, die zuletzt in Resident Evil 7: Biohazard und Resident Evil Village zum Einsatz kam. Der Perspektivwechsel hat sogar spielerische Auswirkungen. In der Third-Person-Ansicht kann die Spielfigur beispielsweise stolpern, wenn sie panisch vor Gegnern flieht – ein Detail, das in der Ego-Perspektive entfällt.

Auch technisch geht Capcom neue Wege. Resident Evil Requiem basiert auf einer erweiterten Version der hauseigenen Engine, die intern unter dem Namen „RE neXt“ geführt wird. Sie soll vor allem bei Beleuchtung, KI-Verhalten und Umgebungsinteraktionen deutliche Fortschritte bieten. Gegner reagieren nun stärker auf das Verhalten der Spieler und versuchen, Fallen zu stellen oder sie taktisch einzukreisen, anstatt einfach frontal anzugreifen.
Darüber hinaus wurde das Konzept der Bosskämpfe überarbeitet. Während Leon seine Gegner meist über klassische Schwachpunktmechaniken besiegt, setzen Graces Begegnungen stärker auf Umgebungsrätsel und Fallen.
Beide Figuren sind außerdem über ein sogenanntes Crossover-System miteinander verbunden: Gegenstände oder erledigte Gegner können von der jeweils anderen Figur später im gleichen Gebiet entdeckt werden, was die beiden Handlungslinien enger miteinander verknüpft. Mit einer geplanten Spielzeit von rund 18 Stunden könnte Requiem zudem der umfangreichste Teil der gesamten Reihe werden. Auch finanziell ist das Projekt ambitioniert: Brancheninsider schätzen das Budget auf 100 bis 150 Millionen US-Dollar, womit es das bislang teuerste Spiel in der Geschichte von Capcom wäre. Technisch bemerkenswert ist außerdem die Plattformstrategie. Neben PC sowie aktuellen Konsolen erscheint der Titel auch nativ für die Nintendo Switch 2 – ein Novum für die Serie, da frühere Teile auf Nintendos Hardware meist nur als Cloud-Version verfügbar waren.
Nach allem, was bisher zu sehen war, scheint Resident Evil Requiem tatsächlich das zu werden, was Capcom verspricht: eine Mischung aus klassischem Survival-Horror und moderner Actioninszenierung, die sowohl langjährige Fans als auch neue Spieler ansprechen soll. Ob der Balanceakt zwischen Nostalgie und Innovation gelingt, wird sich zwar erst zum Release zeigen. Doch schon jetzt wirkt es so, als könnte Requiem ein würdiger Jubiläumstitel für eine der einflussreichsten Horrorserien der Spielegeschichte werden.
Fakten:
Genre: Action-Adventure
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2026
Publisher: Capcom
Entwickler: Capcom
Spieler: 1
Altersfreigabe: ab 18 Jahre
Preis: ab 59,99 Euro (PlayStation®5, Nintendo Switch 2, PC)
Offizielle Website: https://www.residentevil.com/requiem/
Einschätzung:

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