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Battlefield 6 (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Nach dem enttäuschenden Kurswechsel von „Battlefield 2042“ stand die Marke an einem kritischen Punkt. Zu viele Designentscheidungen hatten den Kern der Serie verwässert, zu groß war die Distanz zu dem, was Battlefield einst ausmachte. „Battlefield 6“ ist nun der Versuch, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen – nicht durch radikale Neuerungen, sondern durch eine konsequente Rückbesinnung auf bewährte Stärken. Und dieser Ansatz geht überraschend gut auf.


Erstmals seit mehreren Serienteilen kehrt eine vollwertige Kampagne zurück. In etwa sechs Stunden führt sie durch geopolitische Brennpunkte von Zentralasien bis in die Straßenschluchten New Yorks. Spielerisch bleibt das Erlebnis strikt linear und setzt auf inszenierte Actionmomente, dichte Atmosphäre und technische Schauwerte. Die Stärken liegen klar in der Präsentation. Waffen vermitteln spürbare Durchschlagskraft, Explosionen zerlegen ganze Straßenzüge, und das Timing der Gefechte erinnert an einen modernen Kriegsfilm. Problematisch ist jedoch die erzählerische Ebene.

Die Handlung bemüht sich um politische Relevanz, verliert sich aber in klischeehaften Figuren und erklärlastigen Zwischensequenzen. Sobald Generäle und Entscheidungsträger das Wort ergreifen, leidet der Spielfluss merklich. So bleibt die Kampagne ein ordentlich produziertes Beiwerk: technisch beeindruckend, spielerisch solide, erzählerisch jedoch belanglos. Als Einstieg in den Mehrspielermodus erfüllt sie ihren Zweck – mehr nicht.


Der Mehrspielermodus ist das unangefochtene Zentrum von „Battlefield 6“ – und hier zeigt sich, wie klar DICE die Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat. Die Gefechte sind groß, unberechenbar und von genau jener Mischung aus Chaos und Koordination geprägt, die die Serie einst definiert hat. Das Spieltempo ist spürbar entschleunigt. Bewegungen wirken geerdeter, Waffen verlangen Präzision, und das Trefferfeedback zählt zum Besten im aktuellen Shooter-Genre. Besonders hervorzuheben ist das überarbeitete Zerstörungssystem. Panzerbeschuss reißt Fassaden auf, Granaten schaffen neue Zugänge oder nehmen Deckung – das Schlachtfeld ist ständig im Wandel und fordert situatives Denken.

Klassische Modi wie Eroberung und Durchbruch bilden weiterhin das Fundament. Ergänzt werden sie durch neue Varianten wie Escalation, die kleinere Teams in kompakteren Arealen gegeneinander antreten lassen. Der Modus bringt Abwechslung, ohne den charakteristischen Battlefield-Flair zu verlieren. Die Qualität der Karten fällt insgesamt hoch aus, erreicht jedoch nicht durchgehend das gleiche Niveau. Besonders überzeugend präsentieren sich Siege of Cairo und die modernisierte Version von Operation Firestorm, die klare Frontlinien mit vertikalem Gameplay verbinden. Andere urbane Karten ähneln sich hingegen zu stark im Ablauf und lassen spielerische Eigenständigkeit vermissen.


Balanceseitig zeigt sich „Battlefield 6“erfreulich stabil. Einzelne Waffen und Fahrzeuge stechen derzeit etwas hervor, gravierende Ausreißer bleiben jedoch aus. Wichtig: Anpassungen erfolgen schnell und transparent – ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Serienteilen. Das Fortschrittssystem setzt auf Nachhaltigkeit statt Dauerbelohnung. Waffen, Gadgets und Klassen entwickeln sich langsamer, wodurch jede Freischaltung an Bedeutung gewinnt. Neue Aufsätze verändern das Schussverhalten spürbar und laden zum Experimentieren ein.

Besonders gelungen ist die Rückkehr zur klassischen Klassenstruktur. Sturm, Aufklärung, Unterstützung und Pionier verfügen wieder über klar definierte Rollen und exklusive Werkzeuge. Teamplay ist nicht optional, sondern essenziell – ein Punkt, an dem „Battlefield 2042“ deutlich gescheitert war. Das Zusammenspiel fühlt sich wieder organisch an und belohnt koordinierte Aktionen sichtbar. Das Portal-Feature kehrt in verbesserter Form zurück und erlaubt es der Community, eigene Spielmodi, Regeln und Kartenvarianten zu erstellen. Bereits jetzt entstehen ungewöhnliche und kreative Experimente. Allerdings leidet der Modus noch unter mangelnder Kuratierung und unausgewogener Progression. Als Spielwiese für engagierte Spieler besitzt Portal enormes Potenzial – vorausgesetzt, DICE investiert langfristig in Pflege und Struktur.


Technisch zeigt sich „Battlefield 6“ in bemerkenswert guter Verfassung. Selbst groß angelegte 128-Spieler-Matches laufen stabil, kurze Ruckler beschränken sich auf den Matchstart. Auf PlayStation 5 und PS5 Pro stehen konstante 60 Bilder pro Sekunde sowie optionale 120-Hz-Modi zur Verfügung. Die DualSense-Integration gehört zum Besten, was derzeit auf der Plattform geboten wird. Adaptive Trigger vermitteln Waffencharakteristik überzeugend, haptisches Feedback verstärkt Explosionen und Fahrzeugbewegungen. Herausragend ist das Sounddesign: Mit aktiviertem „War Tapes“-Profil entsteht ein wuchtiges, räumliches Klangbild, das – insbesondere mit 3D-Audio – eine außergewöhnliche Immersion erzeugt.

Battlefield 6“ ist kein perfektes Spiel, aber ein überzeugendes Signal der Kurskorrektur. Der Multiplayer vereint taktische Tiefe, brachiales Gunplay und technische Exzellenz zu einem stimmigen Gesamtpaket. Die Kampagne bleibt austauschbar, Portal benötigt noch Feinschliff – doch das Fundament stimmt. In seiner aktuellen Form ist „Battlefield 6“ das stärkste und geschlossenste Serienkapitel seit über einem Jahrzehnt. Für Fans groß angelegter Schlachten und koordinierten Teamplays ist es eine klare Empfehlung.



Fakten:

 

Genre: Action, Shooter

Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2025

Publisher: Electronic Arts

Entwickler: Battlefield Studios

Spieler: 1 - 64

Altersfreigabe: ab 18 Jahre

Preis: ab 59,99 Euro (PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC)


Bewertung:

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