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Ghost of Yōtei (PS5) im Test

  • Autorenbild: playmoregames
    playmoregames
  • 5. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Fünf Jahre nach dem großen Erfolg von Ghost of Tsushima kehrt Sucker Punch Productions mit einem eigenständigen Nachfolger zurück, der nicht einfach fortführt, sondern bewusst neue Akzente setzt. Ghost of Yōtei verlegt die Handlung rund 300 Jahre in die Zukunft und tauscht nicht nur das Setting, sondern auch die Perspektive: Statt eines ehrengebundenen Samurai begleitet man diesmal eine getriebene Söldnerin auf einem kompromisslosen Rachefeldzug.


Atsu verschlägt es in die eisigen Weiten Hokkaidos, wo sie die Spur der sogenannten Yōtei Sechs verfolgt. Ihre Motivation ist klar, ihr Charakter deutlich kantiger als der ihres Vorgängers – und genau das prägt auch den Ton der Geschichte. Die Handlung wirkt direkter, stellenweise rauer, ohne dabei die ruhige, fast poetische Erzählweise der Reihe zu verlieren. Vieles entfaltet sich über die Atmosphäre, über Begegnungen und kleine Geschichten am Wegesrand, die das Bild einer zerrissenen, aber faszinierenden Welt zeichnen.

Spielerisch bleibt sich das Grundgerüst treu, wird jedoch an entscheidenden Stellen erweitert. Besonders auffällig ist das überarbeitete Kampfsystem: Statt festgelegter Kampfstile steht nun der flexible Einsatz unterschiedlicher Waffen im Vordergrund. Jede Waffe bringt eigene Stärken mit, die situativ ausgespielt werden wollen, ohne den Spieler zu sehr einzuschränken. Dadurch entsteht ein dynamischer Kampffluss, der sowohl zugänglich als auch fordernd bleibt. Die Gefechte sind dabei nicht nur präzise umgesetzt, sondern auch visuell eindrucksvoll inszeniert – oft erinnern sie eher an choreografierte Filmszenen als an klassische Videospielkämpfe. Kleinere Schwächen zeigen sich lediglich bei der Kamera und Zielerfassung, insbesondere wenn viele Gegner gleichzeitig angreifen.


Ein gelungener Bestandteil der Progression ist das Lernen bei verschiedenen Sensei, die neue Waffenfertigkeiten vermitteln. Diese Mechanik ist geschickt in kleine Questreihen eingebunden und sorgt dafür, dass Fortschritt nicht nur über Menüs, sondern direkt über die Spielwelt erfahrbar wird. Die offene Spielwelt zählt erneut zu den größten Stärken. Hokkaido beeindruckt durch weite, schneebedeckte Landschaften, wirkt dabei aber keineswegs leer. Im Gegenteil: Überall finden sich Nebenaufgaben, kleine Geschichten, Sammelobjekte und Herausforderungen.

Besonders positiv fällt auf, dass viele dieser Inhalte organisch in die Welt eingebettet sind und oft über natürliche Hinweise statt über aufdringliche Markierungen entdeckt werden. Trotz dieser Qualitäten lässt sich jedoch nicht vermeiden, dass sich bestimmte Aufgaben im Laufe der Zeit wiederholen und an Überraschung verlieren. Auch technisch präsentiert sich das Spiel auf hohem Niveau. Die Landschaften sind detailreich, das Lichtspiel stimmungsvoll und die Performance dank verschiedener Grafikmodi flexibel anpassbar.


Moderne Effekte wie Ray Tracing unterstreichen die visuelle Qualität zusätzlich. Akustisch wird das Erlebnis durch einen stimmungsvollen Soundtrack, überzeugende Sprecher und gelungenes 3D-Audio abgerundet. Die Einbindung der DualSense-Funktionen sorgt zudem für ein spürbar intensiveres Spielgefühl. Ergänzt wird das Einzelspieler-Erlebnis durch den Koop-Modus „Legends“, der bekannte Elemente aufgreift und mit neuen, übernatürlichen Komponenten erweitert. Als kostenlose Erweiterung bietet er eine sinnvolle Ergänzung für alle, die nach der Kampagne weitere Herausforderungen suchen.

Unterm Strich gelingt Ghost of Yōtei der Spagat zwischen Vertrautem und Neuem. Das Spiel übernimmt die Stärken seines Vorgängers, entwickelt sie sinnvoll weiter und setzt mit der neuen Hauptfigur sowie dem angepassten Kampfsystem eigene Akzente. Kleinere Schwächen bei der Abwechslung und Technik fallen angesichts der dichten Atmosphäre und der spielerischen Qualität kaum ins Gewicht.



Fakten:

 

Genre: Action

Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2025

Publisher: Sony

Entwickler: Sucker Punch

Spieler: 1

Altersfreigabe: ab 18 Jahre

Preis: ab 49,99 Euro (Playstation 5)

Offizielle Website: https://www.suckerpunch.com/


Bewertung:

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